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Aufbau von Technikräumen und Rechenzentren

IT-Kommunikation jeder Art verlangt nach Konzentrationspunkten, im Bereich der LAN-Infrastruktur sind das Verteiler und im Bereich der zentralen Ressourcen sind dies Serverräume bzw. Rechenzentren. Durch die zunehmende Konvergenz im Bereich der IT kommt es zu einer Reduzierung von Verteilerpunkten, denn die Nutzung einer einheitlichen Infrastruktur beseitigt die Anforderung an gewerkspezifischen Technikräumen. Damit werden die Technikräume in Lokalen Netzen zu Konzentrationspunkten für unterschiedlichste Kommunikationsarten. Wird ein solcher Konzentrationspunkt bzw. Verteiler in seiner Funktion erheblich eingeschränkt oder fällt er gar aus, so sind neben den klassischen PC-basierenden Applikationen auch elementare Dienste wie z.B. Sprachkommunikation oder neuere Dienste wie z.B. Videoüberwachung (CCTV), Zutrittskontrolle oder Zeiterfassung nicht mehr nutzbar. Wie lange kann ein Unternehmen ohne Zugriff auf Rechenzentren oder ohne Möglichkeit zur Sprachkommunikation „überleben“, für einige Firmen kommt nach wenigen Stunden oder Tagen das „aus“. Umso erstaunlicher ist es, dass in vielen Netzen diese neuralgischen Punkte sehr mangelhaft aufgebaut, dokumentiert und gewartet werden. Auf der einen Seite versucht man in den Netzen durch Ausbau von doppelten Core-Switches und Implementierung von hochkomplexen Redundanzmechanismen eine erhebliche Steigerung der Verfügbarkeit zu erreichen, aber im Bereich der Technikräume oder Rechenzentren wird nicht investiert. Dabei ist es kein Geheimnis mehr, dass jede Kette nicht stärker sein kann als ihr schwächstes Glied.

Im Laufe der letzten Jahre hat ein Technologiewandel stattgefunden, der auch beim Aufbau von Technikräumen und Rechenzentren berücksichtigt werden muss, dazu einige Beispiele:

Die Kombination von Etagenverteiler und Rechenzentrum/Serverraum in einem Raum ist mit Gefahren und Risiken verbunden, die bewertet werden müssen. Dies gilt insbesondere bei der Berücksichtigungen von modernen Blitzschutzzonenkonzepten

Die Nutzung eines Doppelbodens zur Führung von Anschluss- und Rangierschnüren, insbesondere in Rechenzentren zeigt sich in vielen Fällen als extrem betriebsunfreundlich. Neue Verkabelungsmodelle, wie sie z.B. in der EN 50173-5 dargestellt werden gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Stromversorgung zu einem Technikraum ist den neuen Techniken wie Power over Ethernet anzupassen, entgegen eines weit verbreiteten Irrtums resultiert daraus auf der anderen Seite nicht automatische eine Erhöhung der notwendigen Kühlleistung.

Die Stromversorgung und Klimatisierung in Rechenzentren müssen auf aktuelle und zukünftige Anforderungen moderner Serverfarmen abgestimmt werden und größtmögliche Flexibilität bieten, insbesondere in Bezug auf benötigte Leistungen und Redundanzen.

Die Risiken von elektromagnetischen Störungen oder gar Zerstörungen werden höher bewertet als dies vor 10-15 Jahren noch gemacht worden ist. Daraus leiten sich sinnvolle aber auch weniger sinnvolle Schutzmaßnahmen ab (Stichworte Überspannungsschutzelemente, Vermaschung, Schirmung, Schirmauflegung etc.).

Sternförmige Erdungskonzepte sind weder normkonform noch sinnvoll, der Trend geht hin zu hochgradig vermaschten Potenzialausgleichssystemen. Die Ideen der EN 50174 und EN 50310 müssen bewertet und umgesetzt werden.



Bei der ComConsult Beratung und Planung gehört die Festlegung der Anforderungen an Technikräumen oder Rechenzentren zu einem der elementaren Schritte, die zu Beginn jeder Planung eines Netzwerkes dazugehören. Dabei kann und darf sich die Spezifikation nicht nur auf die nachrichtentechnischen Aspekte beschränken (Aufbau der Datenverkabelung in den Räumen), es müssen auch die notwendigen Maßnahmen zum Aufbau der Infrastruktur ermittelt und beschrieben werden. Eine kundengerechte Anpassung der Anforderungen und Maßnahmen ist notwendig, denn nicht jedes Netzwerk ist gleich. Zentrale Räume in einem Bürohochhaus werden anderen Anforderungen unterworfen werden als z.B. Verteilerräume in kleineren Verwaltungsgebäuden einer städtischen Behörde. Auf diese Unterschiede gehen wir bei unserer Planung ein und ermitteln die umgebungsbedingten optimalen Maßnahmen. Risiken bei Unterlassung der Maßnahmen werden aufgezeigt und es obliegt letztendlich dem Netzwerkbetreiber bzw. Bauherrn, sich für die richtigen Schritte zu entscheiden.


 

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Hartmut Kell
Fon: +49 2408 951-116


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