Konvergente Netze
Die Bedeutung des Wortes Konvergenz ist in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Kommunikation immer umfangreicher geworden. Angefangen hat alles mit der zunehmenden Übertragung von Daten über Telekommunikationsnetze, die eigentlich für Sprache vorgesehen waren. Heute rücken immer mehr die Anwendungen und Prozesse eines Unternehmens in den Fokus der Konvergenz.
Der Siegeszug von IP ist inzwischen soweit vorangeschritten, dass alle relevanten Kommunikationsprotokolle höherer Schichten wie HTTP, SMTP, FTP oder das für die Telefonie immer bedeutendere Session Initiation Protocol (SIP) über IP übertragen werden. Gleichzeitig ist IP das einzige Übertragungsprotokoll, das auf nahezu allen verfügbaren physikalischen Medien zur Übertragung genutzt werden kann und von heutigen Übertragungsprotokollen unterer Schichten unterstützt wird. Daraus ergibt sich das hier dargestellte Modell einer Sanduhr.

Die Betreiber großer Kommunikationsnetze haben der Entwicklung hin zu IP längst Rechnung getragen. Die Weitverkehrsnetze basieren längst nahezu ausschließlich auf IP. Technologien wie ATM oder die Synchronous Digital Hierarchy (SDH) bzw. das von den Bell Labs entwickelte Synchronous Optical Network (SONET) sind Auslaufmodelle. Künftiger Stand der Technologie ist IP over Fiber bzw. IP over DWDM, bei dem pure IP-Pakete über Glasfasern übertragen werden. Beim Dense Wavelength Division Multiplexing (DWDM) werden dazu verschiedene Farben (Wellenlängen) des Lichts benutzt, um verschiedene Ströme parallel über eine einzige Glasfaser zu übertragen. Damit lassen sich im Labor mehr als 1000 verschiedene Wellenlängen unabhängig über eine einzige Glasfaser übertragen. Selbst über Distanzen von mehr als 4000 km überträgt eine einzige Faser mehr als 64 Wellenlängen mit jeweils 40 Gbit/s.
Umstellung der Vermittlungstechnologien
Die Netzbetreiber sind nicht zuletzt aus diesen Gründen gezwungen, auch die Vermittlungstechnologie umzustellen. Die Trennung zwischen Telefonie, klassischer Datenübertragung und zeitkritischer Übertragung großer Datenmengen löst sich rasant auf. Es wird daher in „Next Generation Networks“ (NGN) künftig nur noch ein IP-basiertes Kernnetz geben, das über Gateways mit herkömmlichen Komponenten und alten Netzstrukturen kommuniziert. Hauptkomponenten solcher NGN sind Multimedia Gateway Controller, die in der Lage sind, das Routing der Datenströme zu übernehmen und für die Anpassung der Datenströme an das jeweils verfügbare Endgerät zu sorgen. Damit wird die Übertragung beliebiger Daten unter Benutzung von Quality-of-Service-Parametern (QoS) wie maximale Bandbreite oder maximale Verzögerung möglich. Solche Netze verbinden dann nicht nur Telefone oder Rechner miteinander, sondern erlauben die Kopplung verschiedenster Endgeräte und Anwendungen. Beispielsweise können dann auch unmittelbar Base Transceiver Stations, also die Sendemasten der Mobilfunknetze, an ein solches Netz angeschlossen werden. Der Aufbau eigener Backbones für Mobilfunkbetreiber wird damit überflüssig. Wird eine Verbindung zu einem UMTS-Endgerät aufgebaut, um eine Videosequenz zu übertragen, muss lediglich die Bandbreite der Sequenz an die maximal verfügbare Bandbreite der UMTS-Luftschnittstelle und an die Kapazitäten des Endgeräts angepasst werden.
Für die Unternehmen ergeben sich damit vielfältige Möglichkeiten, aber auch erheblich umfangreichere Planungs- und Betriebsaufgaben. ComConsult befürwortet seit Jahren die nachhaltige Konvergenz von Kommunikationsnetzen und verfügt über umfangreiche Planungs- und Beratungserfahrung, um Unternehmen auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten. Dabei stehen wirtschaftliche Aspekte ebenso im Fokus wie technische Aspekte. Nur die ganzheitliche Betrachtung erlaubt eine optimale Konzeption der konvergenter Netze.
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