Kühle Köpfe: Was ich als ehemalige Friseurin in der IT wiedergefunden habe
21.07.2026 / Carolin Claßen
Warum Friseure und ITler mehr gemeinsam haben, als man denkt
Als ich vor mehr als 2 Jahren vom Friseurhandwerk ins Marketing eines IT-Unternehmens wechselte, schien mir der Unterschied kaum größer sein zu können. Auf der einen Seite Schere, Föhn und Haarfarbe. Auf der anderen Seite Software, digitale Strategien und technische Lösungen. Doch je länger ich in der IT-Branche arbeite, desto öfter ertappe ich mich bei dem Gedanken: „Eigentlich sind diese Welten gar nicht so verschieden.“ Als Friseurin war die wichtigste Frage nie: „Welchen Haarschnitt kann ich machen?“, sondern: „Was möchte mein Kunde eigentlich?“ Genau das gilt heute im Marketing und in der IT. Bevor eine Kampagne entwickelt oder eine technische Lösung umgesetzt wird, muss verstanden werden, was der Kunde wirklich braucht. Die besten Ergebnisse entstehen selten durch Standardlösungen, sondern durch genaues Zuhören.
Jeder Kopf ist anders
Im Friseursalon ist kein Kopf wie der andere. Unterschiedliche Haarstrukturen, Wünsche und Erwartungen verlangen individuelle Lösungen. In der IT ist es ähnlich. Jedes Unternehmen bringt andere Prozesse, Herausforderungen und Ziele mit. Auch hier funktioniert nicht jede Lösung für jeden Kunden.
Kreativität trifft Handwerk
Viele verbinden Kreativität eher mit dem Friseurberuf als mit der IT. Doch beide Bereiche leben von kreativen Lösungen. Ein Friseur gestaltet Formen, Farben und Stile. IT-Experten entwickeln digitale Konzepte, lösen komplexe Probleme und finden neue Wege, Prozesse zu verbessern. Die Werkzeuge unterscheiden sich, der kreative Gedanke dahinter ist derselbe.
Der berühmte kühle Kopf
Friseure kennen Situationen, in denen kurzfristig Termine ausfallen, Farben anders reagieren als erwartet oder Kunden mit spontanen Änderungswünschen kommen. Auch in der IT läuft nicht immer alles nach Plan. Systeme fallen aus, Projekte ändern ihre Anforderungen, oder technische Probleme treten unerwartet auf. In beiden Berufen hilft vor allem eines: Ruhe bewahren, analysieren und lösungsorientiert handeln.
Technologie ist längst Teil des Handwerks
Wer beim Friseurhandwerk nur an Schere und Kamm denkt, unterschätzt die Entwicklung der Branche. Digitale Terminbuchungen, Online-Marketing, Social Media, moderne Kassensysteme, KI-gestützte Terminplanung oder innovative Geräte gehören heute vielerorts zum Alltag. Technologie unterstützt das Handwerk und macht viele Prozesse effizienter. Umgekehrt profitieren IT-Unternehmen von klassischen handwerklichen Werten wie Präzision, Erfahrung und einem hohen Qualitätsanspruch.
Am Ende geht es immer um Menschen
Die größte Gemeinsamkeit zwischen Friseurhandwerk und IT liegt vielleicht dort, wo man sie am wenigsten vermutet: Beide Branchen arbeiten für Menschen. Der Friseur sorgt dafür, dass sich jemand wohlfühlt und selbstbewusst den Salon verlässt. Die IT entwickelt Lösungen, die den Arbeitsalltag erleichtern und Unternehmen erfolgreicher machen. Beide Berufe schaffen Vertrauen. Und Vertrauen entsteht nicht durch Werkzeuge oder Technologien, sondern durch Kompetenz, Kommunikation und echte Leidenschaft für das, was man tut. Mein Wechsel vom Friseurhandwerk in die IT hat mir gezeigt, dass berufliche Welten oft näher beieinanderliegen, als man denkt. Hinter jeder Technologie stehen Menschen. Und hinter jeder guten Dienstleistung steckt die Fähigkeit, zuzuhören, Probleme zu lösen und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren.




