Funktechniken für das Internet der Dinge

04.09.2018 / Dr. Joachim Wetzlar / Senior-Berater

aus Netzwerk Insider Ausgabe September 2018

Über Wireless LAN haben Sie an dieser Stelle schon oft gelesen. Auch über Mobilfunk, insbesondere dessen 5. Generation (5G). Wären diese Funktechniken nicht auch geeignet für die „Dinge“ im Internet of Things (IoT)? Die Antwort ist „nein“, aus verschiedenen Gründen. Daher lohnt es sich einen Blick auf die Funktechniken zu werfen, die sich neben WLAN und Mobilfunk etabliert haben. Und das lohnt sich selbst dann, wenn Sie nicht vorhaben, in nächster Zeit Anwendungen auf Basis des IoT auszurollen. Denn möglicherweise beeinflusst dieser zusätzliche Funk Ihre etablierten Funknetze, insbesondere also das WLAN. Aber zuvor erkläre ich, warum man andere Funktechniken braucht. Und dann werfen wir natürlich einen etwas genaueren Blick auf diese Techniken.

Was ist das Besondere am IoT? Das ist zum einen (natürlich) das Internet. Die verschiedenen „Dinge“ kommunizieren nämlich häufig nicht untereinander, sondern vielmehr mit dem Internet. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jedem der zigtausend Sensoren und Aktoren Ihres neuen Smart Building erst einmal die IP-Adresse oder den DNS-Namen des Anwendungs-Servers mitteilen. Unvorstellbar! Daher hat jedes „Ding“ typischerweise einen Kommunikationspunkt im Internet, über den es Nachrichten versenden und empfangen kann. Manche bezeichnen dies als eine „IoT Cloud“.

Der Vorteil dieses Konzepts besteht darin, dass ich mir keine Gedanken über die Netzwerkstruktur und Kommunikationsbeziehungen zu machen brauche. Ein Internetzugang reicht aus. Das hat nebenbei den Vorteil, dass ich Sensoren und Aktoren auch außerhalb meiner Infrastruktur betreiben kann. Beispiel: Sie möchten die Umzäunung Ihres Campus absichern und bringen zu diesem Zweck Sensoren an, die ungewöhnliche Bewegungen registrieren. Wie möchten Sie die Sensoren anbinden? WLAN Access Points entlang des Zauns? Oder besser gleich Glasfasern verbuddeln? Viel praktischer wäre es, wenn die Sensoren eine Funktechnik nutzten, die sowieso schon in der Fläche vorhanden ist. Im Grunde kann es Ihnen doch egal sein, wer diese Funktechniken betreibt. Hauptsache, der Sensor kann irgendwie mit der IoT Cloud im Internet kommunizieren. Sowohl aus dem Inneren von Gebäuden einschließlich Keller (z.B. der intelligente Stromzähler) als auch irgendwo im Freien, wo es kaum Mobilfunkabdeckung gibt (denken Sie z.B. an Anwendungen in der Landwirtschaft).

Und damit sind wir gleich bei der zweiten Anforderung: Stromverbrauch. WLAN und auch Mobilfunk sind darauf getrimmt, möglichst hohe Bitraten möglichst effizient zum mobilen Endgerät zu bringen. Der Stromverbrauch ist im Grunde egal. Wir haben uns daran gewöhnt, das Smartphone allabendlich ans Lagegerät zu hängen. Früher hielt mein nicht so smartes Mobiltelephon eine ganze Woche durch. Batteriebetriebene Sensoren sollen nach Möglichkeit sogar ein oder gar mehrere Jahre durchhalten. Ein Batteriewechsel ist meist gar nicht vorgesehen; alles ist hermetisch versiegelt und vergossen. Letztlich brauchen auf dem Sensor auch keine YouTube Videos zu laufen, es sind nur wenige Bytes pro Nachricht zu übertragen. Ein wesentliches Merkmal von Funktechniken für das IoT ist also deren geringe Bitrate. Und das hat einen geringen Bandbreitenbedarf zur Folge. Geringe Bandbreite aber macht Empfangstechnik empfindlicher, und das ist genau der Effekt, auf den es ankommt.

Schauen wir uns also zunächst einige Funktechniken an, die im Inneren von Gebäuden zum Einsatz kommen. Solche Systeme werden Sie also im Allgemeinen selber installieren; sie sind möglicherweise Teil der Gebäude-Infrastruktur. Danach stelle ich Funksysteme für den öffentlichen Raum vor, die entweder schon vorhanden oder in Planung sind. Solche Systeme können Sie gegen einen gewissen Obolus nutzen.

Bluetooth

Eigentlich ein alter Hut, kommt Bluetooth tatsächlich eine wachsende Bedeutung in der Welt der „Dinge“ zu. Einer meiner Kunden denkt darüber nach, WLAN aus dem 2,4-GHz-Band vollständig zu verbannen, damit die zahlreichen Bluetooth-Endgeräte nicht gestört werden. Und damit sind wir gleich beim größten Nachteil von Bluetooth: Es arbeitet im 2,4-GHz-Band und teilt sich das mit WLAN und vielen anderen lizenzfreien Funkdiensten, nicht zuletzt auch mit Ihrem Mikrowellenherd.

Über die technischen Details von Bluetooth brauche ich nicht viele Worte zu verlieren. Das hat bereits Herr Dr. Dams im Netzwerk-Insider vom Juni 2018 gemacht. Dort finden Sie einen Abriss über die Entwicklungsgeschichte von Bluetooth und zahlreiche technische Einblicke. Ich beschränke mich auf die Frage der Koexistenz zum WLAN. Bekanntlich können auch Bluetooth Devices mit Sendeleistungen von bis zu 100 Milliwatt operieren, wie WLAN. Allerdings sehen wir das bei den typischen Consumer Devices, also z.B. Headsets, nicht. Immer wo es auf geringen Stromverbrauch ankommt, wird Bluetooth der Klasse 2 (bis 2,5 mW) oder Klasse 3 (bis 1 mW) eingesetzt. Geräte der Klasse 1 (bis 100 mW) finden sich eher in industriellen Anwendungen, wie beispielsweise in der Logistik.

Interessanterweise hat man bereits vor 15 Jahren in der Bluetooth-Spezifikation 1.2 ein Verfahren beschrieben, das die Interoperabilität von Bluetooth mit anderen Funktechniken, insbesondere WLAN verbessert. Kern des als Adaptive Frequency Hopping (AFH) bezeichneten Verfahrens ist das Ausblenden gestörter Kanäle durch den Bluetooth-Sender. Voraussetzung dafür ist, dass der Kanal zuvor vom Empfänger als gestört identifiziert und markiert wurde.

Das Verfahren funktioniert unserer Erfahrung nach mit brauchbarer Qualität. Leider ist es nicht wirksam, solange die Geräte noch nicht verbunden sind. Dann nämlich starten sie einen Such-Modus (Inquiry bzw. Paging). Dabei werden 32 Frequenzen belegt, die über das ganze 2,4-GHz-Band verteilt sind. Ein solches Spektrum zeigt Abbildung 1. Wenn Sie Pech haben, wird dieses Muster so lange ausgesandt, bis ein Partner gefunden wurde oder die Batterie erschöpft ist. WLAN kann dadurch flächendeckend gestört werden, wie einer unserer Kunden schmerzlich erfahren musste. Hier erkennen Sie, dass man verschiedene Funkdienste im selben Haus irgendwie miteinander koordinieren muss. Auch auf diese Frage ist Herr Dr. Dams mit seinem Vorschlag eines Frequenz-Katasters schon eingegangen.

Bluetooth Low Energy

Bluetooth Low Energy (BLE) ist nicht gleich Bluetooth. Eigentlich handelt es sich dabei um eine alternative Technik, die ursprünglich parallel zu Bluetooth von Nokia entwickelt worden war. Daher ist BLE inkompatibel zu Bluetooth Devices der bereits bestehenden Spezifikationen. Dennoch ähneln sich die Konzepte. Ähnliche Anforderungen führen eben immer wieder auch zu ähnlichen Lösungen (oder die Entwickler haben voneinander abgeguckt).

Auch bei BLE erfolgt also die Übertragung der Datenpakete in Verbindung mit einem Frequenzsprungverfahren. Allerdings werden bei BLE nur insgesamt 40 Frequenzen im Abstand von je 2 MHz verwendet. Drei dieser Frequenzen (Primary Advertising Channels auf 2402, 2426 und 2480 MHz) dienen ausschließlich der Suche anderer Geräte im Rahmen des Verbindungsaufbaus (entsprechend dem Inquiry) oder für die regelmäßige Aussendung von Beacons, z.B. zum Zwecke der Ortung. Solche regelmäßigen Aussendungen erfolgen ca. einmal pro Sekunde und sind kürzer als 400 µs, so dass nur wenig Energie verbraucht wird.

Spektrum eines Bluetooth Inquiry

Abbildung 1: Spektrum eines Bluetooth Inquiry

Die verbleibenden 37 Frequenzen werden für die Signalisierung beim Verbindungsaufbau (entsprechend dem Paging) und für die Datenübertragung verwendet. Dabei wird der Kanal grundsätzlich nach Ende eines Pakets gewechselt und nicht in einem festen Zeitraster wie bei Bluetooth. Ein AFH vergleichbar zu Bluetooth 1.2 wird dennoch unterstützt, indem belegte Kanäle ausgeblendet werden.

Es wird eine einfache binäre Frequenzmodulation (GFSK) mit 1 Mbit/s eingesetzt, die sich einfach technisch realisieren lässt. Denkbar ist auch eine Übertragung mit 2 Mbit/s.

BLE wurde – wie der Name impliziert – mit dem Ziel entwickelt, energiesparend zu arbeiten. Davon profitieren insbesondere kleine Devices mit entsprechend begrenzter Batteriekapazität. Typische Vertreter dieser Spezies sind die so genannten Wearables, also z.B. Smart Watches oder Smart Glasses (z.B. Google Glass). Eine weitere Spezies dieser Art sind so genannte Beacons, die nichts Anderes machen, als regelmäßige Lebenszeichen zu senden, die z.B. von Smartphones empfangen werden. Besitzt das Smartphone eine zum Beacon passende App, kann diese irgendwelche Aktionen ausführen, sobald Sie sich in Empfangsreichweite des Beacons befinden. Eine typische Anwendung dafür ist ein Leitsystem für Besucher auf einer Messe. Der Messkatalog wird Ihnen als App zum Download bereitgestellt. Und mit Hilfe der auf dem ganzen Messgelände verteilten Beacons erfährt die App, wo Sie gerade herumlaufen.

Diese Beacons sind winzig klein. Ich habe mal eines photographiert und auch geöffnet, damit Sie sich eine Vorstellung davon machen können, wie winzig Funktechnik heute sein kann. Die Batterie ist daran das bei weitem größte Bauelement! Dieses Beacon sendet übrigens auf jedem der drei Kanäle jede Sekunde ein Datenpaket von ca. 400 Mikrosekunden Dauer, entsprechend also ca. 50 Bytes. Damit lässt sich ein WLAN oder sonstige Funkdienste nicht wirklich stören. Die entsprechenden Screenshots von meinem Spektrum Analyzer erspare ich Ihnen dieses Mal.

Übrigens ist die Kommunikation bei BLE meist nicht besonders gut abgesichert. Erst kürzlich wurde mit „BtleJack“ [2] eine Software Suite vorgestellt, die zahlreiche Werkzeuge zum Hacken von BLE-Kommunikation enthält. Sie läuft auf einem preiswerten Mini-Rechner, der ein BLE-Radio enthält. Er lässt sich über eine USB-Schnittstelle steuern. BtleJack ermöglicht das Aufzeichnen der Kommunikation im Wireshark-Format. Es ermöglicht das Stören der Kommunikation und sogar das Übernehmen bestehender Verbindungen. BtleJack funktioniert erwartungsgemäß nicht, wenn Secure Connections aktiv ist. Allerdings erwarte ich nicht, dass dieses Feature so bald flächendeckend bei IoT Devices zu finden sein wird; Einfachheit schlägt eben Sicherheit (siehe Abbildung 2).

Beacon auf einer Streichholzschachtel (links) und geöffnet (rechts)

Abbildung 2: Beacon auf einer Streichholzschachtel (links) und geöffnet (rechts)

Zigbee

Woher dieser Name stammt, habe ich nie aus erster Hand erfahren können. Angeblich bezieht sich der Begriff auf die Tanzsprache der Honigbienen, die dem Informationsaustausch innerhalb des Schwarms dient. Dabei vollführen die Bienen unter anderem einen Flug in Zick-Zack-Linie. Vielleicht ist es diese Schwarm-Kommunikation, auf die der Name hinweisen möchte. An andere Stelle wurde behauptet, der Zigbee Chip sei mit 5x5mm so klein, dass er zwar nicht ganz auf den Rücken einer Biene passte, in jedem Fall aber so wenig Strom verbrauchte, dass die Batterie die Lebensdauer einer Biene überträfe.

Wie dem auch sei, der geringe Stromverbrauch ist in jedem Fall ein Anliegen von Zigbee. Es handelt sich also um einen Industriestandard für drahtlose Sensor- und Steuernetze, im Prinzip eine Funktechnik vergleichbar zu Bluetooth Low Energy. ZigBee wurde von dem im Jahr 2002 gegründeten Herstellerkonsortium ZigBee Alliance spezifiziert. Es baut auf die physikalische Übertragung und den Kanalzugriff des Standards IEEE 802.15.4 auf. Aus diesem Standard bedient sich die ZigBee Alliance einfacher zwei- und vierwertiger Modulationsverfahren, die zuvor mit einer schnelleren Bitfolge überlagert werden, was die Bandbreite des Signals erhöht und gleichzeitig die Anfälligkeit für Störungen vermindert. Dieses Verfahren wird als Direct-Sequence-Spread-Spectrum-Verfahren (DSSS) bezeichnet und ist Ihnen wahrscheinlich noch vom alten 11-Mbit-WLAN bekannt. Ich gehe später (bei LoRaWAN) noch einmal darauf ein.

ZigBee kann – wie WLAN und Bluetooth – im 2,4-GHz-Band eingesetzt werden. Darüber hinaus stehen Kanäle in den Bändern bei 868 MHz (Europa) und 915 MHz (USA) zur Verfügung. Die Tabelle in Abbildung 3 gibt eine Übersicht der von ZigBee unterstützten Kanäle und Bitraten.
Geringer Stromverbrauch erfordert einerseits geringe Bitraten. Andererseits muss man dafür die Sendeleistung begrenzen. ZigBee Devices habe dementsprechend Sendeleistungen zwischen 0,5 mW und 10 mW, wahrscheinlich wird meist 1 mW genutzt. Die zu erwartende Reichweite liegt bei ca. 10 Metern innerhalb von Gebäuden.

ZigBee-Kanalschema

Abbildung 3: ZigBee-Kanalschema

Und in der Tat ist der Einsatz in der Gebäude-Automation weitverbreitet. Zahlreiche Produkte existieren inzwischen für den Bereich der Heimautomation, wie beispielsweise fernsteuerbare Leuchtmittel, dazu passende Lichtschalter und die entsprechende Steuerungszentrale, mit der sich das alles verselbständigen lässt. Zigbee ist aber auch im Bereich der industriellen Fertigung und nicht zuletzt im Einzelhandel auf dem Vormarsch. So werden Sie in manchen Geschäften neuartige elektronische Preisschilder (Electronic Shelf Labels, ESL) an den Regalen vorfinden, die von Ferne eingestellt werden. Da man dank BLE Beacons (siehe oben) und entsprechender App auf Ihrem Smartphone weiß, vor welchem Regal Sie gerade stehen, können Ihnen die ESLs individuell auf Sie zugeschnittene Preise anzeigen – schöne neue Welt. Viele dieser ESLs basieren auf ZigBee.

ZigBee bildet je nach vorhandenen Geräten unterschiedliche Netztopologien aus, wie in Abbildung 4 skizziert ist. Zu diesem Zweck definiert die Spezifikation drei verschiedene Rollen. In jedem ZigBee-Netz gibt es genau einen Coordinator. Komponenten, die über eine sichere Stromversorgung verfügen, wie beispielsweise Leuchtmittel, können als Router fungieren. Und dann gibt es noch End Devices, oftmals Geräte mit begrenzter Batteriekapazität, wie z.B. ein kabelloser Raumthermostat. Letztlich organisiert sich das Netz auf Basis der genannten Funktionen selbst – wie der Bienenschwarm.

Netztopologien bei ZigBee

Abbildung 4: Netztopologien bei ZigBee (Bildquelle: [1])

Sofern Sie ZigBee im 2,4-GHz-Band betreiben möchten, besteht die Gefahr, dass es WLAN stört. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass WLAN ZigBee stört, weil WLAN um den Faktor 10 bis 100 höhere Strahlungsleistungen als ZigBee verwendet. Bild 16 zeigt die von ZigBee unterstützen Kanäle im Vergleich zu den typisch eingesetzten drei WLAN-Kanälen 1, 6 und 11. Man erkennt, dass lediglich die ZigBee-Kanäle 15, 20, 25 und 26 nicht von WLAN beeinflusst werden.

Z-Wave

Auch Z-Wave ist ein Funkstandard, der primär für die Gebäudeautomatisierung entwickelt wurde. Er ähnelt in vielen Details ZigBee, unter anderem ist er ähnlich alt. Die Technik wurde von der Firma Zensys (mittlerweile von Sigma Designs übernommen) entwickelt. Z-Wave nutzt eine Frequenz im Bereich 868 MHz (bzw. 915 MHz in USA). Die typischen Reichweiten innerhalb von Gebäuden liegen ebenfalls bei bis zu ca. 10 Metern. Geringer Stromverbrauch war auch hier ein wesentliches Design-Ziel.

Auch die Netztopologie ähnelt stark der von ZigBee. Es gibt eine zentrale Komponente sowie Router und sonstige Endgeräte. Auf dieser Basis bildet sich ein vermaschtes Multi-Hop-Netz aus, über das die Nachrichten von Endgerät zu Endgerät ggf. über unterschiedliche Routen weitergereicht werden, bis die Zielstation, z. B. die zentrale Steuerungs-Komponente, erreicht wird.

Die Applikationsschicht dieses Übertragungsverfahrens ist gut dokumentiert und mittlerweile öffentlich unter [3] zu finden. Allerdings ist die zugrundeliegende Hardware und die Implementierung für Layer 1 bis 3 von Z-Wave proprietär und für Nutzer oder Anwendungsentwickler nicht direkt einsehbar. Die notwendigen Hardware-Designs für die Funk-Hardware sind ausschließlich für Lizenznehmer der Firma Sigma-Designs verfügbar.

Im Jahr 2013 wurde eine neue Version namens Z-Wave Plus vorgestellt. Die neuere Version ist vollständig abwärtskompatibel zum ursprünglichen Z-Wave-Standard. Sie führt jedoch neue Funktionen ein wie beispielsweise die Möglichkeit, die Komponenten-Firmware über die Z-Wave-Schnittstelle zu aktualisieren. Darüber hinaus existiert seit April 2017 eine Zertifizierung für einen erweiterten Sicherheitsumfang.

Beide, sowohl ZigBee als auch Z-Wave sprechen von ihrer Technik als von einem „Standard“. und in der Tat gibt es zahlreiche Hersteller, die eine dieser Techniken oder beide unterstützen. Die ZigBee Alliance hat ein Zertifizierungsverfahren für Produkte und veröffentlicht solche Produkte auf ihrer Website unter [4]. Derzeit sind es immerhin fast 2000. Dazu kommen noch einmal gut 400 Produkte, die zwar nicht zertifiziert aber dennoch kompatibel sind. Z-Wave betreibt einen eigenen Web Shop [5], in dem man entsprechende Produkte verschiedener Hersteller bestellen kann. Derzeit sind gut 100 Produkte im Angebot.

ZigBee- und WLAN-Kanäle im 2,4-GHz-Band

Abbildung 5: ZigBee- und WLAN-Kanäle im 2,4-GHz-Band (Bildquelle: [1])

Daneben gibt es natürlich Hersteller, die eigene Funktechniken entwickelt haben, die zu nichts anderem kompatibel sind. So etwas habe ich beispielsweise bei elektronischen Preisschildern (ESL, siehe oben) gefunden. Es wird eine proprietäre Technik mit 2 MHz breiten Kanälen im 2,4-GHz-Band eingesetzt. Sieht irgendwie nach ZigBee aus, ist es aber nicht. Immerhin integriert der Hersteller die Technik in seine WLAN Access Points und sorgt dafür, dass sich die Kanäle nicht überschneiden. Wie immer ist also – und das gilt gerade für diesen aufstrebenden Bereich der Nahfunktechnik –abzuwägen, ob man lieber Standard-konform sein oder stattdessen spezielle Features haben möchte.

Eine proprietäre Technik aus diesem Bereich möchte ich Ihnen vorstellen, weil sie ein außergewöhnliches Feature kultiviert. Es handelt sich um

EnOcean.

Dieser Hersteller setzt auf „Energy Harvesting“. Die Energie zum Betrieb der Funkmodule wird dabei aus der Umgebung „geerntet“. Bei einem Lichtschalter ist das einfach. Wenn Sie darauf drücken, reicht die Energie Ihres Fingers aus, ein wenig Strom fließen zu lassen. Das geht meist über Induktion. Im Schalter steckt also ein kleiner Permanentmagnet, den Sie ohne es zu merken an einer Spule vorbeibewegen. Abbildung 6 zeigt einen solchen Energiewandler. Bei Sensoren, die nicht bewegt werden, kann man es mit Solar-Energie versuchen. Schließlich funktionieren zahlreiche Armbanduhren und Taschenrechner erfolgreich nach diesem Prinzip. Trickreicher ist es, ein Peltier-Element herzunehmen. Diese Elemente wandeln Temperatur-Differenzen in elektrische Energie um. Das funktioniert auch im Dunkeln. Solche Module bietet EnOcean tatsächlich an. Aus nur 7 Grad Temperaturdifferenz schöpft dieses Modul immerhin 100 Mikrowatt. Zum Vergleich, ein einzelner Sendeimpuls verbraucht 50 Mikrowattsekunden.

Man hat dafür ein äußerst sparsames Protokoll entwickelt, EnOcean nennt es Wireless Short-Packet Protocol (WSP). Jedes Datenpaket kann maximal 13 Byte Nutzdaten übertragen. Tatsächlich braucht der Sensor entweder nur ein oder vier Bytes zur Informationsübertragung. Bei einer Rate von 125 kbit/s dauert ein Sendeimpuls nur eine Millisekunde. In Europa wird eine Frequenz im 868-MHz-Band verwendet.

Interessanterweise wurde das Protokoll bei ISO/IEC 14543-3-10 bzw. -11 als Standard veröffentlicht. Allerdings finden sich dort nur die unteren drei OSI Layer. Der Anwendungs-spezifische Teil bleibt proprietär. Und ganz nebenbei bietet EnOcean einige seiner Produkte auch mit ZigBee- und Bluetooth-Funkmodulen an.

Bewegungs-Energiewandler

Abbildung 6: Bewegungs-Energiewandler (Bildquelle [6])

Über Lichtschalter und Raumthermostate von EnOcean habe ich bereits im Netzwerk Insider vom Juli 2017 berichtet, ohne den Hersteller zu benennen. Dabei ging es um Funkstörungen, von denen die Raumthermostate betroffen waren. Wir konnten zeigen, dass Smartphones mit LTE in diesem Gebäude eine Frequenz nutzten, die dem 868-MHz-Band unmittelbar benachbart war. Das hat offensichtlich die empfindlichen Empfänger der EnOcean-Technologie, die überall in den Raumdecken montiert sind, überfordert. Funkstörungen lauern also nicht nur im 2,4-GHz-WLAN-Band.

Low Power Wide Area Network

Gehen wir nun aus dem Gebäuden heraus ins Freie. Möchte man auch hier eine – möglichst flächendeckende – Abdeckung erreichen, sind offensichtlich wesentlich größere Entfernungen zu überbrücken. Da die Feldstärke quadratisch mit wachsender Entfernung abnimmt, wird man höhere Sendeleistungen einsetzen. Terrestrische UKW-Rundfunksender etwa, die einen Einzugsbereich von 10 bis 200 km haben, nutzen Leistungen im Kilowatt-Bereich. Sendeleistung ist jedoch bei batteriebetriebenen Geräten begrenzt. Also muss man die Empfänger empfindlicher machen.

Neben der Auswahl entsprechend rauscharmer Bauelemente und Schaltungstechniken ist herfür vor allem die Bandbreite des Empfängers bestimmend. Je weniger Bandbreite, desto weniger störendes Rauschen kann in den Empfänger eindringen. Leider dringt dann auch kein breitbandiges Signal mehr hindurch. In der traditionellen Funktechnik war das Morsen die Betriebsart, mit der man geringste Bandbreiten erzielen konnte. 100 Hz Empfängerbandbreite reichen aus, um Morsezeichen mit 20 Wörtern pro Minute aufnehmen zu können. Analoge Sprache benötigt demgegenüber mindestens die 20fache Bandbreite, um sie angemessen verstehen zu können. Dabei wird die 20fache Rauschleistung empfangen, was den Empfänger um eben diesen Faktor (entsprechend 13 dB) unempfindlicher werden lässt.

Im Bereich des Internet der Dinge wird zwar nicht mehr gemorst, wie sonst auch nicht mehr (um das Morsen dennoch zu „retten“, hat man es übrigens zum Weltkulturerbe erhoben). Aber es gibt natürlich auch digitale Techniken, die denselben Zweck erfüllen. Auf Basis solcher Techniken baut man so genannte Low Power Wide Area Networks (LPWANs) auf. Diese Netze werden – ähnlich den öffentlichen Mobilfunknetzen – von Providern betrieben. Ein Anwender kann seine IoT Devices über diese Netze mit dem Internet kommunizieren lassen – gegen einen angemessenen Obolus, versteht sich. Bei LPWANs hat sich (noch) keine Technik bzw. noch kein Anbieter durchgesetzt. Ich beschreibe daher in der Folge verschiedene LPWAN-Techniken.

Sigfox

Die französische Firma Sigfox bezeichnet sich selbst als den „weltweit führenden IoT-Diensteanbieter“. Angeblich deckt Sigfox mit seiner Funktechnik bereits weite Teile West- und Mitteleuropas einschließlich Deutschland ab. Sigfox betreibt ein flächendeckendes Netz von Basisstationen. Flächendeckend bedeutet, dass ein beliebiges IoT Device mindestens eine Basisstation erreicht, typischerweise sollen es sogar drei sein.

Die IoT Devices nutzen eine Schmalband-Modulation (Differentielle binäre Phasenmodulation, DBPSK) mit 100 Bit/s oder 600 Bit/s. Jede Aussendung belegt dementsprechend nur 100 bzw. 600 Hz Bandbreite. Die Sendeleistung der Devices beträgt bis zu 40 mW im 868-MHz-Band. Die Basisstation empfängt in einem 200 kHz breiten Frequenzband. Jede Nachricht wird dreimal auf unterschiedlichen Frequenzen ausgesandt. Es handelt sich also um ein Frequenzsprungverfahren. So wie ich es verstehe, steht eine Vielzahl von Frequenzen im dem 200 kHz breiten Spektrum zur Verfügung, so dass keine Kollisionen zu erwarten sind. Darüber hinaus umfasst eine Nachricht maximal 12 Bytes im Uplink zur Basisstation und 8 Bytes im Downlink, jeweils zuzüglich 14 Bytes Overhead.

Auf der Website von Sigfox [7] finden sich zahlreiche Produkte (derzeit knapp 500), die in dem Netzwerk funktionieren. Dort gibt es Temperatursensoren, Alarm-Knöpfe (ähnlich Dash Buttons), Spannungsmesser, Stromzangen, Türöffner, GPS Tracker, Arduino Shields bis hin zu einem intelligenten Fahrradschloss für Mietfahrräder. Der Kunde verbindet seine Smartphone App mit diesem „OTO Hunter“ (mit etwas Phantasie symbolisiert das OTO ein Fahrrad) über BLE. Der OTO Hunter meldet dies sowie seine GPS-Position und eventuelle Bewegungsdaten über Sigfox dem Vermieter. Das Ganze wird über eine kleine Solarzelle mit Strom versorgt. Eine interessante Lösung, wie ich finde.

Der „OTO Hunter“

Abbildung 7: Der „OTO Hunter“
(Bildquelle [8])

Natürlich gibt es auch Hardware-Module zu kaufen, die Sie in Ihre eigene Schaltung einstecken oder einlöten können. Wenn Sie alles fertig entwickelt haben, durchläuft Ihr Gerät die „Sigfox Ready Certification“ und Sie dürfen es dann mit dem Sigfox-Ready-Logo schmücken.

Wenn Sie ein IoT Device im Sigfox-Netz betreiben haben, können Sie es zum Preis von 17,50 € pro Jahr anbinden. Darin enthalten sind bis zu 140 Nachrichten pro Tag. Wer mehr als 1000 IoT Devices hat, verhandelt einen individuellen Vertrag mit Sigfox.

LoRaWAN

Eine zu Sigfox konkurrierende Lösung findet man bei der LoRa Alliance. Dabei handelt es sich – ähnlich der ZigBee Alliance – um ein Herstellerkonsortium. Die Website [9] nennt derzeit 160 Mitglieder, von denen der größte Teil „Adopters“ sind, also Firmen, die LoRaWAN in ihren Produkten nutzen. Zu den 19 „Sponsoren“ zählen neben Cisco, Google und IBM auch Halbleiterhersteller, Mobilfunkprovider wie die französische Orange und nicht zuletzt Giesecke & Devrient, ein Hersteller von Sicherheits-Technik auf Chipkarten.

LoRaWAN nutzt in Europa ebenfalls das 868-MHz-Band. Es basiert ähnlich ZigBee auf einem Spreizbandverfahren (DSSS). Ein Sender nutzt entweder 125 kHz, 250 kHz oder 500 kHz Bandbreite. Moment mal, hatte ich Ihnen nicht weiter oben erklärt, dass man für große Reichweiten aus batteriebetriebenen Geräten möglichst geringe Bandbreiten braucht? Stimmt, aber bei den Spreizbandverfahren ist das anders. Wenn nämlich der Sender eine Bitfolge aussendet, die dem Empfänger bereits bekannt ist, kann der dieses Signal dekodieren, selbst wenn es weit unter seinem Rauschpegel liegt.

Wenn der Sender nun einige wenige Bits dieser Bitfolge abändert, kann der Empfänger dies erkennen. Dadurch wird Informationsübertragung möglich. Der Vorteil der Spreizbandverfahren liegt darin, dass sie unempfindlich gegen schmalbandige Störungen sind. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man auf einfache Weise wählen kann, welcher Prozentsatz der bekannten Bitfolge stattdessen zur Informationsübertragung benutzt wird. Ist das Signal stark genug, kann man also eine höhere Bitrate nutzen; das Konzept kennen Sie schon lange von WLAN. Bei LoRaWAN liegt die nutzbare Bitrate zwischen 300 Bit/s und 50 kbit/s, je nach Signalqualität.

LoRaWAN unterscheidet drei Klassen von Endgeräten:

  • Geräte der Klasse A können nur senden, also nichts empfangen.
  • Geräte der Klasse B empfangen Daten zu festgelegten Zeiten. Hierzu sendet die Basisstation alle 125 Sekunden ein Beacon, mit deren Hilfe die IoT Devices ihre Zeitgeber synchronisieren können. Das IoT Device teilt dann der Basisstation mit, in welchen Abständen es seinen Empfänger einschalten wird. Sobald eine Nachricht für das IoT Device vorliegt, sendet die Basisstation sie genau zur vereinbarten Zeit. Die meiste Zeit wird also das Device seinen Empfänger abschalten können, um Strom zu sparen.
  • Geräte der Klasse C können ununterbrochen Daten empfangen.

Auch die LoRa Alliance zeigt Produkte auf ihrer Website. Verglichen mit der Anzahl „Adopters“ sind es allerdings recht wenige, nämlich nur ca. 120 Stück. Interessant ist, dass ein größerer Anteil der Produkte für industrielle Anwendungen gedacht ist. Es gibt zahlreiche Tags für das Asset Tracking, Sensoren und Aktoren für den Einsatz in harschen Umgebungen bis hin zu einer Bridge, die MODBUS-fähige Steuerungen über LoRaWAN kommunizieren lässt. Interessant fand ich auch die Vielzahl von „Coppertheft Modules“, die offensichtlich dazu gedacht sind, den verbreiteten Diebstahl von Kupferkabeln einzudämmen. Aber man könne damit auch die Position von Pferden, Kühen und Booten verfolgen.

Bei der Recherche zu LoRaWAN bin ich über „The Things Network“ [10] gestolpert. Das ist eine Art Freifunk-Initiative für IoT. Communities finden sich auf lokaler Ebene zusammen. Die Mitglieder errichten LoRaWAN-Basistationen („Gateways“) mit Internetanbindung in Eigeninitiative. Gemeinsam werden Ideen für IoT-Anwendungen entwickelt und ausprobiert. Gemeinsame Standards und entsprechende Konfigurations-Vorgaben stellen sicher, dass die Anwendungen überall funktionieren, wo ein Gateway empfangen werden kann. Und die Nutzung der Infrastruktur ist frei. Ungeachtet dessen wird auch professioneller Support von Partner-Firmen angeboten.

NB-IoT

Haben Sie die großen Mobilfunkprovider in meinen bisherigen Ausführungen vermisst? Es wäre doch erstaunlich, wenn die sich das Geschäft mit dem IoT entgehen ließen. Denn im Gegensatz zu den bisher genannten Unternehmen und Communities verfügen die Mobilfunkprovider bereits über gut ausgebaute Infrastrukturen. Und ja, das 3rd Generation Partnership Project (3GPP), die den Mobilfunk standardisierende Instanz, ist auch in dieser Hinsicht nicht untätig gewesen. Bereits 2016 wurden gleich drei Verfahren für die Unterstützung von IoT Devices vorgestellt, von denen Narrow-band IoT (NB-IoT) die aktuell wohl vielversprechendste ist. Details dazu finden Sie in einer Präsentation des 3GPP [11]. Die wesentlichen Spezifikationen finden sich im 3GPP Release 13, einige Erweiterungen flossen in Release 14 ein. Wohlgemerkt, NB-IoT hat nichts mit 5G zu tun. Sondern es setzt auf 4G auf. Es kann insbesondere auf den bereits fast flächendeckend vorhandenen LTE-Basisstationen zum Einsatz kommen.

he Things Network Communities in Mitteleuropa

Abbildung 8: The Things Network Communities in Mitteleuropa (Bildquelle [10]

Für IoT Devices wird ein 180 kHz breites Frequenzspektrum abgespalten, auf dem Orthogonal Frequency Division Multiple Access (OFDMA) mit 12 Unterträgern realisiert wird. Jedes IoT Device nutzt davon nur einen einzigen. Jeweils 12 Devices können also gleichzeitig bedient werden (weitere Details zu OFDMA finden Sie in diversen Artikeln von Herrn Dr. Kauffels). Die maximale Bitrate beträgt 50 kbit/s im Uplink, 250 kbit/s im Downlink. Und es sollen bis zu 50.000 NB-IoT Devices pro Funkzelle unterstützt werden. NB-IoT Devices senden mit maximal 200 Milliwatt. Das 3GPP geht davon aus, dass die Batterie eines derartigen Device bis zu 10 Jahren halten kann, wenn es sich um eine typische AA-Zelle handelt.

Alle drei deutschen Mobilfunkprovider rollen die Technik derzeit aus und haben entsprechende Angebote für Geschäftskunden. Hier läuft das Thema übrigens unter dem Oberbegriff Machine-to-Machine (M2M), derlei Dienste gibt es schon lange auf Basis des 2G/3G-Mobilfunks. Die Deutsche Telekom nennt einige „zertifizierte“ Produkte auf ihrer Website. Das meiste davon ist gar kein NB-IoT sondern herkömmliche 2G/3G-Mobilfunktechnik. Bei Vodafone wird ein Entwicklermodul für NB-IoT angeboten. Deutlich erkennt man darauf (Abbildung 9) oben rechts den Einschub für eine SIM-Karte. Das Funkmodul darunter (SARA-N211) ist übrigens auch von der Telekom zertifiziert.

Der Kunde erhält also für jedes seiner IoT Devices eine SIM-Karte und hat die Auswahl aus verschiedenen Datentarifen. 1 MB Datenvolumen monatlich kostet in der Größenordnung von 1,- € (vergleichbar zu Sigfox). Darüber hinaus erhält der Kunde Zugang zu einem IoT-Portal, mit dessen Hilfe er letztlich die Verbindung zwischen seinen Devices und der Anwendung herstellt.

Entwicklermodul für NB-IoT

Abbildung 9: Entwicklermodul für NB-IoT (Bildquelle [13])

Zusammenfassung

Für das Internet der Dinge wurden zahlreiche neue Funktechniken entwickelt bzw. bestehende weiterentwickelt. Ziel ist es, eine große Zahl von Devices zu versorgen, die nur über sehr begrenzte Energie verfügen. Dies ist oft die gute alte Alkali- oder Lithium-Zelle. Manchmal müssen IoT Devices aber auch mit kleinen Solarzellen bis hin zur Ausnutzung von thermischer oder Bewegungsenergie auskommen.

Innerhalb von Gebäuden findet sich neben Bluetooth (Low Energy) inzwischen auch vermehrt ZigBee, Z-Wave oder EnOcean. Welche Technik sich hier durchzusetzen vermag, bleibt abzuwarten. Ich glaube, in diesem Bereich werden auch mittel- bis langfristig proprietäre Techniken eine Chance haben. Der Anwender kauft mit dem Produkt das dazu passende „Ecosystem“. Standardisierte Techniken, insbesondere Bluetooth, werden immer dann benötigt, wenn Smartphones von Anwendern in die Lösung einbezogen werden müssen. Neben Bluetooth halte ich ZigBee für einen erfolgversprechenden Standard-Kandidaten, insbesondere weil ZigBee im Gegensatz zu Bluetooth auch außerhalb des umkämpften 2,4-GHz-Bandes eingesetzt werden kann.

Für die Versorgung von IoT Devices im öffentlichen Raum gibt es neben der Mobilfunk-basierenden Variante NB-IoT noch weitere Anbieter, die eigene Netze aufbauen. Auf der einen Seite ist Sigfox zu benennen, die eine in sich geschlossene Lösung anbieten. Auf der anderen Seite steht die LoRa Alliance mit einigen potenten Unterstützern aus der etablierten IT-Welt. LoRaWAN scheint derzeit das bessere Angebot im Hinblick auf die industrielle Fertigung zu haben. Weder bzgl. LoRaWAN noch bzgl. Sigfox kann ich eine Aussage zur tatsächlichen Abdeckung machen. Ob also eine dieser Techniken gerade dort zur Verfügung steht, wo Sie Ihre IoT Devices platzieren, wäre im Einzelfall zu prüfen.

Im Vergleich dazu verspricht das NB-IoT-Angebot der Mobilfunkprovider baldige Flächendeckung, jedenfalls soweit wir sie heute gewöhnt sind. Ob allerdings die Flexibilität dieser Unternehmen der rasanten Entwicklung im IoT-Markt folgen kann, bleibt abzuwarten.

Links

[1] https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/Broschueren/Drahtlose-Komsysteme.pdf
[2] https://github.com/virtualabs/btlejack
[3] http://zwavepublic.com/specifications
[4] https://www.zigbee.org/zigbee-products-2
[5] http://www.z-wave.com/shop-z-wave-smart-home-products
[6] https://www.enocean.com/de/technology/energy-harvesting
[7] https://www.sigfox.com/en/coverage
[8] https://partners.sigfox.com/products/oto-hunter
[9] https://lora-alliance.org
[10] https://www.thethingsnetwork.org
[11] http://www.3gpp.org/images/presentations/2016_11_3gpp_Standards_for_IoT.pdf
[12] https://iot.telekom.com/konnektivitaet/narrowband-iot
[13] https://www.vodafone.de/business/loesungen/narrowband-iot.html
[14] https://m2m.telefonica.de

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