
Vor 20 Jahren wurde im Netzwerk Insider auf das Thema Hacking und das wachsende Gebiet der Cyber-Kriminalität eingegangen. Wie war der Stand damals, und hat sich seither etwas verbessert?
Die Situation vor 20 Jahren
Vor 20 Jahren wurde, gerade in der entsprechenden Szene, noch die Unterscheidung zwischen Hackern und Crackern gemacht. Erstere waren vor allem daran interessiert, technische Hürden zu überwinden, Letztere wollten Schaden anrichten und/oder Geld verdienen.
Dabei war das Betätigungsfeld der Cyberkriminellen schon damals sehr umfangreich. Vom Abgriff von Kreditkartendaten über den Verkauf von Sicherheitslücken bis zur Erpressung durch Störung eines Netzwerks war alles dabei. Und auch das Thema von Angriffen auf kritische Infrastrukturen wurde seinerzeit aufgenommen.
Hat sich die Situation in den letzten 20 Jahren verändert?
Die Situation heute
Ja, die Situation hat sich verändert, doch leider nicht zum Besseren. Cyberkriminelle lassen sich immer gewieftere Tricks einfallen, um in Systeme einzubrechen, und ihr Werkzeugkasten wird immer größer. Gerade KI hat hier einen (negativen) Einfluss. Nie war es einfacher, Schadcode zu erzeugen oder ihn vor Anti-Malware-Lösungen zu verstecken.
Zusätzlich ist durch das Feld der Ransomware eine perfidere Art der Erpressung aufgekommen. Wo vor 20 Jahren „angeboten“ wurde, Angriffe gegen „finanzielle Zuwendungen“ einzustellen, ist eine Ransomware wesentlich gefährlicher. Früher hatte man noch die Chance, den Angreifer aus seinem Netzwerk zu entfernen. Wenn heute eine Ransomware zugeschlagen hat, ist es dafür zu spät.
In einem Punkt hat sich jedoch kaum etwas verändert: Der Mensch bleibt die erste und beste Verteidigung gegen Angreifer – sowohl bei der Erkennung von Phishing-Mails oder beim Einspielen von Patches zur Schließung von Sicherheitslücken.
Fazit
Im Bereich der Hacker und Cracker hat sich in den vergangenen 20 Jahren die Welt eher zum Schlechteren entwickelt. Zwar stehen uns neue Werkzeuge zur Verfügung, doch das gilt ebenso für die Angreifer. Wie es hier in 20 Jahren aussehen wird? Ich hoffe auf Verbesserungen, bin aber leider nicht wirklich optimistisch.
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