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Schwerpunkte der absehbaren IT-Projekte

aus dem Netzwerk Insider November 2026

Wiederholt berichteten wir an dieser Stelle über die von ComConsult wahrgenommenen Schwerpunkte der absehbaren IT-Projekte, so zum Beispiel in der Ausgabe Januar 2025.

Zwar ist unsere Wahrnehmung anhand der Aufträge, die ComConsult erhält und bearbeitet, möglicherweise nicht ganz repräsentativ, jedoch ergibt die Vielzahl von dabei berücksichtigten Projekten und verschiedenen Organisationen eine vollständigere Sicht im Vergleich zur Sicht einer einzelnen Institution.

Rechenzentren im Fokus

Ungefähr eineinhalb Jahrzehnte nach dem Aufkommen von Cloud Computing steht die Zukunft von Rechenzentren (RZ) weiter im Fokus vieler Firmen und Behörden. Cloud Computing selbst hat im zurückliegenden Jahrzehnt verschiedene Hype-Wellen aufgewiesen und sich damit unterschiedlich auf die RZ-Strategien von Institutionen ausgewirkt. Dabei hatte der externe Einfluss auf diese Strategien in der Regel eine größere Relevanz als eigenständige Präferenzen. Zum Beispiel hat die starke Cloud-Ausrichtung des Herstellers Microsoft die Cloud- und RZ-Konzepte von fast allen Institutionen wesentlich beeinflusst. Ein anderer Triebfaktor für Clouds waren die Pandemie Anfang des 2020er-Jahrzehnts und der damit verbundene Zwang zur Telearbeit. Nicht zu vernachlässigen sind auch regulatorische Einflüsse. Beispielsweise haben Energieeffizienzvorgaben das Ende mancher Rechenzentren besiegelt. Auch die neuen gesetzlichen Vorgaben an die Verfügbarkeit und Sicherheit von IT haben die Organisationen veranlasst, RZ-Standortredundanz zu realisieren.

Wenn ich in der Vergangenheitsform schreibe, heißt es nicht, dass die Entwicklung abgeschlossen ist. Immer mehr Organisationen werden von den oben genannten externen Einflüssen erfasst. Die Notwendigkeit der Professionalisierung des RZ-Betriebs betrifft immer mehr Branchen und Einzelinstitutionen. Das stellen wir auch in unseren Projekten fest. Der Gegenstand dieser Projekte reicht von RZ-Standortredundanz über RZ-Umzug bis hin zur verlässlicheren Dokumentation von Rechenzentren samt Verkabelung und IT-Komponenten.

Künstliche Intelligenz

Immer noch ist Künstliche Intelligenz mehr Hype als Realität. Trotzdem wirkt sie sich zunehmend auf die IT von Firmen und Behörden aus. Anfangs gingen viele IT-Verantwortliche davon aus, dass KI untrennbar mit der Nutzung von Hyperscaler-Clouds verbunden ist. Dies hat sich geändert. KI On Premises (OnPrem) ist nicht mehr bloß ein frommer Wunsch. Einerseits haben die teilweise berechtigten Vorbehalte gegen Cloud-Nutzung einen Markt für OnPrem-KI geschaffen. Andererseits hat das Downsizing der KI-Modelle den Leistungshunger etwas relativiert.

So gibt es in einer zunehmenden Anzahl von RZ-Projekten die Anforderung, die Auswirkungen von KI auf Energieversorgung und Kühlung zu berücksichtigen.

Neben der technischen Planung für OnPrem-KI geht es in vielen Organisationen um die Nutzungsszenarien von KI. Als Beispiele sind KI-gestützter Betrieb von Netz und IT-Sicherheit (NetOps und SecOps) zu nennen. Doch auch die Sicherheitsaspekte der KI-Nutzung sind Gegenstand einer zunehmenden Anzahl von Projekten.

Quantencomputer

Der erste von Quantum Computing ausgehende Einfluss, der sich auf die ComConsult-Projekte auswirkt, ist der bevorstehende Q-Day, ab dem einige weit verbreitete Verfahren der öffentlichen (asymmetrischen) Verschlüsselung als unsicher einzustufen sind. Zwei Stichworte sind dabei relevant: Post-Quantum Cryptography (PQC) und Quantum Key Distribution (QKD). PQC ist zur Ablösung der von Quantencomputern gefährdeten asymmetrischen Verschlüsselung unvermeidbar. Die PQC-Standards sind bereits veröffentlicht. Jedoch lässt die Geschwindigkeit der Implementierung dieser Standards durch Hersteller zu wünschen übrig. Die Leidtragenden werden die IT-Verantwortlichen bei den Kunden der Hersteller sein, denn für die großen PQC-Migrationsprojekte bleibt umso weniger Zeit übrig, je später die Hersteller in ihrer Software und Firmware die neuen PQC-Algorithmen implementieren.

Auf PQC wird QKD folgen müssen, denn mit der quantenunterstützten Kompromittierung weiterer Verfahren für IT-Sicherheit allgemein und Schlüsselmanagement im Besonderen ist zu rechnen. Allerdings steht QKD noch ziemlich am Anfang der Reise zur Einsatzreife. Eins steht fest: Quanten-Computer und damit QKD werden sich im Weltmarkt disruptiv auswirken. Ein Land mit besonders langer Historie der klassischen Datenverarbeitung muss nicht zwingend die Speerspitze in Quantum Computing sein. Umgekehrt haben Länder, die eher Importeure als Exporteure von klassischen Computern sind, die Chance, sich bei Quantencomputern und Quantennetzen eine bessere Position zu verschaffen.

Netze bleiben Dauerthema

Dass bei ComConsult Netze das Dauerthema bleibt, mit dem wir uns in den letzten 40 Jahren beschäftigt haben und weiter beschäftigen, ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass ComConsult in den 1980er-Jahren als Netz-Startup gegründet wurde und in diesem Bereich in der DACH-Region einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt. Auch außerhalb der Welt von ComConsult und ihren Kunden ist die Weiterentwicklung von Computernetzen ein ständiges Anliegen von IT-Verantwortlichen. Während im Bereich Computing und Storage die ständige Steigerung der Leistungsfähigkeit relativ sanft durch die Einführung neuer Server und Speicher erfolgt, ist die Weiterentwicklung von Netzen schwieriger. Schließlich nutzt jede Organisation als Netzinfrastruktur ein mehr oder weniger komplexes Gebilde von Kabeln, Switches, Routern, Firewalls und den zugehörigen Betriebswerkzeugen. Nicht immer gelingt die sanfte Anpassung des Netzes an täglich steigende Anforderungen. Hin und wieder ist ein Großteil des Netzes auf eine neue Technologie oder neue Komponenten umzustellen. Projekte dazu haben uns in den letzten 40 Jahren konstant begleitet.

Das oben Gesagte gilt sowohl für Weitverkehrs- als auch für lokale Netze, sowohl für kabelgebundene als auch für drahtlose Netze. Das Wide Area Network (WAN) von heute ist ein Gebilde aus privaten und öffentlichen Netzen, die den Zugriff der Benutzer auf IT-Ressourcen in eigenen Rechenzentren der Organisationen sowie in externen Clouds ermöglichen müssen. Die lokalen Netze in und außerhalb von Rechenzentren müssen mit sicherer Regelmäßigkeit alle paar Jahre einem Redesign unterzogen werden. Mit immer mehr Geräten und Dingen, die zu vernetzen sind, und immer leistungsfähigeren mobilen Geräten, die drahtlos kommunizieren, sind Berater und Planer von WLAN-, 5G- und anderen Funknetzen ständig für die Erhöhung der Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit von Funknetzen gefragt. Konsequenterweise nutzen wir an unserem neuen Bürostandort für die Vernetzung der Arbeitsplatzendgeräte ausschließlich Funk.

Smart X

Wo wir gerade bei modernen Gebäuden sind, nenne ich noch „Smart X“ als weiteres ständiges Thema von Projekten. X kann dabei für Gebäude, Fabrik, Quartier, Stadt oder ein ganzes Land stehen. Internet of Things (IoT) ist in vielen modernen Gebäuden Realität. Die Historie von ComConsult ist nunmehr so weit zurückreichend, dass wir Begleiter von zwei industriellen Revolutionen (3 und 4) waren und sind. Der Autor hat in den 1980er-Jahren dicke gelbe Koaxialkabel im laufenden Betrieb von Fabriken mit einem speziell dafür gebauten Bohrer für den Transceiveranschluss bearbeitet, damit zum Beispiel Industriesteuerungen an das Hallennetz angeschlossen werden konnten. Seitdem hat sich die Anzahl der vernetzten Geräte in einer typischen Fabrikhalle um mehrere 10er-Potenzen erhöht. Smart Factory war der Anfang, Smart Building folgte, und die anderen Domänen werden ebenfalls zunehmend von der Digitalisierung erfasst.

Wenn man sich die heutigen Digitalisierungsprojekte in der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und anderswo anschaut, erlebt man als LAN-Realisierer der ersten Stunde sein Déjà-vu. Damals wie heute opferte man die Sicherheit der schnellen Implementierung. War diese Kinderkrankheit in Zeiten isolierter Netze verzeihlich, werden unsichere Gebäude- und sonstige Netze beim heutigen Durchdringungsgrad von Netzen immense Risiken bis hin zu Gefahr für Leib und Leben verursachen. Entsprechend ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Tätigkeiten im Bereich Smart Technologies die Informationssicherheit.

NIS-2 und Konsorten

Und damit sind wir bei der IT-Sicherheit angekommen. Vor über sieben Jahren habe ich vom sogenannten SEF-Theorem gesprochen, welches „besagt, dass von den drei Zielen Security, Economy und Functionality maximal nur zwei zu haben sind.“ (die Idee habe ich dem CAP-Theorem entnommen). Wie oben erwähnt ging in meiner Jugend die Abwägung immer zuungunsten des „S“ aus (ich gehöre der telnet-Generation an; wer kennt noch dieses Protokoll, das die Unix-Passwörter im Klartext über das IP-Netz übertrug?). Nun wird von Gesetzes wegen das SEF-Theorem zum EF-Theorem (hat man kein Geld, bekommt man keine Funktionalität), denn zu Sicherheit wird man dank solcher Vorgaben wie NIS-2 gezwungen.

Wir bei ComConsult haben stets darauf geachtet, zwischen der Sprache der Compliance, der Welt von Prozessen, Dokumentationen, Risikoanalysen und sonstigen formalen Rahmen der Informationssicherheit und der Domäne der technischen und operativen IT-Sicherheit die Brücke zu schlagen. Nur so können wir es vermeiden, mit unseren Sicherheitskonzepten zur „Spaßbremse wider Willen“ zu werden, um die Worte unserer IT-Sicherheitsexperten zu zitieren. Sie können sich vorstellen, dass diese doppelte Rolle – Sicherheit formal und Sicherheit operativ – in Zeiten von immer mehr und immer strengeren Vorgaben hohe Ansprüche an den IT-Sicherheitsberater stellt.

IT-Beschaffung

Eine ähnliche Vermittlerrolle wie bei IT-Sicherheit müssen wir wahrnehmen, wenn es um IT-Beschaffung geht. Fragt man den technisch Verantwortlichen, ist für die Organisation die beste technische Lösung gerade gut genug. In jeder Institution gibt es jedoch auch andere mit einem etwas anders gelagerten Interesse. Alle Organisationen sind daran interessiert, mit Geld sparsam umzugehen. Bei den öffentlichen Auftraggebern kommen die Vorgaben des Vergaberechts zusätzlich hinzu.

Deshalb ist der IT-Berater, der die Sprache der technischen Fachbereiche spricht, zugleich aber genügend Erfahrung hat, um die Belange des Einkaufs und der Vergabestelle zu verstehen und zu berücksichtigen, gefragt. Ausschreibung von IT-Lösungen ist eine interdisziplinäre Kunst.

Interaktion

Die oben genannten Schwerpunkte von IT-Projekten sind teilweise so miteinander verwoben, dass an Interaktion kein Weg vorbeiführt. Dies gilt innerhalb von Institutionen und übergreifend. Für Letzteres haben wir wie jedes Jahr mit der Winterschule einen Rahmen geschaffen. Alle in diesem Beitrag genannten Themen sind auch Themen der Winterschule 2026 der ComConsult Akademie. Sie findet zum ersten Mal in den eigenen neuen Räumlichkeiten der ComConsult in Aachen-Burtscheid statt. Somit haben wir das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden. Von den Veranstaltungsräumen treten Sie direkt in das belebte Burtscheider Viertel ein, das mit seinen Restaurants, Geschäften, Fußgängerzonen im Sommer wie Winter viele Einheimische und Besucher anzieht. Bis zum historischen Aachener Weihnachtsmarkt um Dom und Rathaus ist es auch nur ein Fußweg. In diesem Ambiente freuen wir uns auf Ihren Besuch der Winterschule.

Dank unserer modernen hybriden Medien- und Konferenztechnik können Sie natürlich auch remote an der Winterschule teilnehmen.

RZ-Georedundanz und RZ-Betriebsredundanz
01.03.-02.03.2027 in Aachen | online

Winterschule – Neueste Trends der IT-Infrastruktur
30.11.-04.12.2026 in Aachen | online

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