
Im Netzwerk Insider vor 20 Jahren: Microsoft Unified Communication Strategy
05.11.26 / Dr. Markus Ermes
Vor 20 Jahren wurde im Netzwerk Insider die „Unified Communication Strategy“ von Microsoft betrachtet. Was wurde damals angekündigt? Und nutzen wir heute alle den Microsoft Office Communication Manager?
Die Situation vor 20 Jahren
Vor 20 Jahren war die Welt der Telekommunikation im Umbruch. Wie in dieser Kolumne schon mehrfach beschrieben: Die klassische Telefonie wurde im Unternehmensbereich zunehmend von Voice-over-IP (VoIP) abgelöst. Es gab aber immer noch die großen Player in der Welt der Telefonie, darunter Nortel und Siemens, mit denen Microsoft eine Partnerschaft eingegangen war, um im Bereich der Kommunikation neue, komfortable Lösungen anzubieten. Und hier kam der Microsoft Office Communications Server (OCS) ins Spiel. Er sollte viele der üblichen Funktionen aus der Telefonie abdecken und mit einer starken Integration in Outlook für die Nutzer bequemer machen. Dazu gehörten Faxe genau so wie Nachrichten auf einem Anrufbeantworter.
Hat Microsoft sich damit durchsetzen können?
Die Situation heute
Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten: Nein, Microsoft hat sich damit nicht durchgesetzt, schließlich gibt es heute noch genügend andere Anbieter von Kommunikationslösungen und wir müssen nicht täglich in Outlook unsere Mailbox-Nachrichten und Faxe überprüfen.
OCS als Nachfolger des Live Communications Server, hatte nur zwei Releases: 2007 und 2007 R2. Als das für 2009 geplante Release näher rückte, war die Welt der Telekommunikation und auch der Netzwerkausrüster im Umbruch. Firmen wie Nortel gingen insolvent, und alte wie neue Player positionierten sich am Markt um.
Dass Microsoft mit diesem Produkt nicht erfolgreich war, heißt jedoch nicht, dass die Strategie keine Spuren hinterlassen hat: Mit Teams, WebEx, Zoom und Konsorten hat sich die Kommunikation hin zu übergreifenden Apps mit vielen Funktionen entwickelt, wie sie OCS bereits angedacht hatte. Ebenso gehören Videokonferenzen mittlerweile zum Alltag, während Telefonate immer häufiger über den PC oder das Notebook geführt werden. Hinzu kommt das allgegenwärtige Smartphone, über das sich ebenfalls viele Aufgaben erledigen lassen.
Fazit
Microsoft OCS hat sich in der damals diskutierten Form nicht durchgesetzt, schließlich war nach zwei Releases schon wieder Schluss. Aber die Ideen, die Microsoft seinerzeit verfolgt hat, sind heute kaum wegzudenken. Ob es schnelle Kommunikation, Videokonferenzen oder eine App ist, in der man alles auf einmal erledigen kann. Unified Communication and Collaboration (UCC) ist inzwischen die Norm.
Unified Communications – von Grundlagen über Planung bis Umsetzung
03.11.-05.11.2026 in Aachen | online
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