Mitte Juni durfte ich die innovaphone CONNECT, die Haus-Messe des UC-Herstellers innovaphone, in Böblingen besuchen. Das Ambiente war beindruckend: die Motorworld mit allem, was das Herz für PS-starke Autos begehrt.
Doch es ging nicht nur um Autos. Auf der innovaphone CONNECT gab es neben zahlreichen Ausstellern aus dem TK-, Video- und UC-Bereich, die ihre aktuellen Produkte rund um das myApps-Universum von innovaphone präsentiert haben, eine ganze Reihe an Vorträgen zu aktuellen Entwicklungen auf dem Markt. Was mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben ist, möchte ich hier in dem Blog kurz zusammenfassen.

Abbildung 1: Werkstatthalle der Motorworld Böblingen
Mehr als nur Telefonie
Die Welt rund um das Eco-System von innovaphone bietet weit mehr als nur Telefonie:
- myApps Go!: Projektmanagement, interne Kommunikation und automatisierte Zeiterfassung – alles, was es für den Arbeitsalltag braucht – an einem Ort. Mit „Projects“ lassen sich Projekte klar und strukturiert dokumentieren, Aufgaben zu Teammitgliedern zuweisen sowie der Fortschritt zuverlässig überwachen. „CONNECT“ bietet eine Plattform für unternehmensinterne Chat-Kommunikation, entweder in Gruppen-Chats oder in Eins-zu-eins-Chats, die flexibel um KI-Features ergänzt werden kann. Und „Working“ ermöglicht neben einer rechtskonformen Arbeitszeiterfassung auch die zentrale Verwaltung von Urlauben und anderen Abwesenheiten sowie digitale Zeitkonten und eine Übersicht über Resturlaub.
- Steuerung von Autos per Telefon: In einem kleinen Versuchsaufbau ist ein Telefon zur Steuerung eines kleinen Autos genutzt worden: mithilfe einer RCC-App (Remote Call Control), die DTMF-Signale vom Telefon zu einem MQTT-Broker (Message Queuing Telemetry Transport) sendet, der wiederum die DTMF-Signale in Aktionen (recht, links, vorwärts, rückwärts) für das Auto übersetzt. Es war ein kleiner Parkour aufgebaut (siehe Abbildung 2), und der (oder die) schnellste Teilnehmerin hat am Ende des Tages einen kleinen Preis erhalten. Mein persönlicher Versuch war mit über 20 Sekunden jedoch viel zu lang, die Sieger-Zeit lag bei gerade mal der Hälfte.

Abbildung 2: Auto-Parkour auf der innovaphone CONNECT
- Vielfältige Apps zur Ergänzung der innovaphone-Grundfunktion: Der Grundgedanke der myApps-Plattform ist es, neben einem Zugriff auf die Telefonie-Funktionen eine offene Plattform für App-Entwickler zu bieten. Auf der innovaphone CONNECT waren sowohl deutsche als auch viele internationale Entwickler anzutreffen. Gezeigt wurden dabei unter anderem kleine Apps, die Telefonie-Funktionen von innovaphone neu interpretieren, Open-Source-basierte Videokonferenz-Lösungen, die in den myApps-Client integriert werden können, sowie Notiz-Apps und Apps zur Zeiterfassung.
Internationalität
Neben dem Umfang des App-Eco-Systems hat mich die Internationalität der App-Entwickler und der Aussteller beeindruckt. Naturgemäß waren viele Aussteller aus dem deutschsprachigen Raum: Angefangen bei Anwendungsentwicklern von Apps speziell für die myApps-Plattform, doch auch von eigenständigen Anwendungen, die in myApps integriert werden können, über Systemhäuser, Partner und Distributoren bis hin zu Herstellern von Endgeräten und Zubehör wie Headsets. Darüber hinaus waren auch Contact-Center-Entwickler aus Spanien (Jusan) und Brasilien (Wecom) sowie Anbieter von Endgeräten aus China (Htek und Yealink) anzutreffen. Da verwundert es nicht, dass ein Teil der Vorträge auf Englisch gehalten wurde.
KI – Aus der Cloud oder lokal?
Ein Thema war besonders vertreten: KI (Künstliche Intelligenz): Neben den Möglichkeiten, die der Einsatz von KI-Funktionen bietet, wurden auch deren Grenzen deutlich. Bei einem Vortrag wurden beispielsweise eine Aufzeichnung und Transkription der Sprache vorgenommen. Zugegeben, die Bedingungen waren alles andere als optimal: Es wurde lediglich das im Präsentationslaptop integrierte Mikrophon verwendet, welches einige Meter vom Sprecher entfernt stand. Trotzdem waren die Transkription und Zusammenfassung schon erstaunlich nah am tatsächlich Gesprochenen, wenn auch nicht immer ganz korrekt. So wurde „innovaphone“ von der KI als „in der Nova“ wahrgenommen. Hieran wird deutlich, dass einer durch eine KI erstellten Transkription nicht blind vertraut, sondern dass die Ergebnisse einer KI-gestützten Anwendung je nach Kontext noch verifiziert werden müssen. Beherzigt man dies, kann der Einsatz dieser Technologie vieles im Arbeitsalltag erleichtern: Angefangen bei Zusammenfassungen von Meetings und E-Mail-Verläufen über KI-gestützte Chat- und Voice-Bots bis hin zu KI-gestützten Analysen von Datenverkehr.
Allerdings stellt sich beim Einsatz von KI immer die Frage, wo das zugrunde liegende LLM implementiert ist (Cloud oder On-Prem) und auf welche Daten die KI zugreifen kann. Gerade bei kritischen Anwendungen sollte bevorzugt auf lokale Modelle zurückgegriffen werden. Bei der innovaphone-CONNECT-Plattform ist dies beispielsweise per Mausklick möglich: Es kann pro Bereich bzw. Chat ausgewählt werden, ob ein öffentliches oder ein lokales KI-Modell genutzt werden soll. So bleibt die Kontrolle über die Daten in eigener Hand.
Fazit
Auf der innovaphone CONNECT habe ich viele Neuigkeiten rund um das myApps-Eco-System entdecken können: von Endgeräten über einige die innovaphone-Lösung ergänzende Apps bis hin zu Kuriositäten wie der Steuerung von Autos mithilfe eines Telefons. Außerdem war ich beeindruckt von der internationalen Bekanntheit des deutschen Anbieters innovaphone. Trotz aller Internationalität sind europäische und hier insbesondere deutsche Anbieter gefragter denn je. Dies spiegelt sich ebenso in den hohen Besucherzahlen wider.




