
Im Netzwerk Insider vor 20 Jahren: Die Veränderung der IT durch Konsumenten
04.02.26 / Dr. Markus Ermes
Vor 20 Jahren wurde im Netzwerk Insider betrachtet, wie Veränderungen im Konsumentenbereich auch den professionellen Markt zunehmend ändern. Wie war damals der Stand? Ist es in den letzten 20 Jahren anders geworden?
Die Situation vor 20 Jahren
Vor 20 Jahren begann die Zeit, in der Medien und andere Dienste vermehrt über das Internet konsumiert wurden. Vorreiter war damals Apple mit iTunes – sowohl im Musikbereich als auch bei Filmen und Serien. Doch das Unternehmen blieb nicht lange allein im Markt. Da Apple immer schon stark auf das eigene Ökosystem setzte, sahen andere Anbieter, darunter seinerzeit auch die Telekom, die Chance, Nicht-Apple-User mit einem ähnlichen Angebot zu versorgen.
Das Interessante daran: Dieser geräteunabhängige Ansatz enthielt bereits die Anfänge von Diensten wie Netflix, Disney Plus und anderen Streaming-Diensten. Hinzu kamen neue Versionen von Windows (damals Vista) und Mac OS X von Apple, die zunehmend auf die – vermeintlichen – Bedürfnisse der Endnutzer eingingen und damit auch einen Teil der Marschrichtung im professionellen Umfeld vorgaben.
Und es wurde schon vor 20 Jahren davor gewarnt, dass solche Ansätze zu Exklusivverträgen für den Zugang zu bestimmten Medien führen könnten und sich dieses Vorgehen vielleicht auch auf Teile der Unternehmenswelt auswirken könnte.
Was ist hier in 20 Jahren passiert?
Die Situation heute
Die damals identifizierte Entwicklung hat sich genauso fortgesetzt wie seinerzeit vermutet. Im Bereich der Medien tummeln sich eine Vielzahl von individuellen Anbietern und jeder hält exklusive Inhalte. Will man als Konsument z.B. im Bereich des Streamings Zugriff auf alle Formate haben, muss man mehr als ein halbes Dutzend Dienste abonnieren.
Und apropos abonnieren: Auch Unternehmenssoftware ist heute in vielen Bereichen nur noch als Abonnement verfügbar, häufig sogar nur noch aus der Cloud, sodass man mehr und mehr Kontrolle abgibt.
Im Bereich der Betriebssysteme muss man im Unternehmensumfeld mittlerweile damit leben, dass man Endbenutzer-Funktionen bezahlen muss, die man nicht benötigt oder die sogar im Hinblick auf Sicherheit und Datenschutz gefährlich sein können. Denken wir allein an die neuen Copilot-Funktionen in Office, die die zu analysierenden Daten an Microsoft schicken könnten, um deren KI-Modelle zu verbessern, oder an das Recall, das alle 5 Sekunden einen Screenshot anfertigt und diesen – glücklicherweise noch lokal – analysiert, um den User beim Auffinden älterer Daten zu unterstützen.
Fazit
In den letzten 20 Jahren wurde die IT immer stärker durch Funktionen aus dem Konsumenten-Bereich beeinflusst. In diesem Artikel habe ich mich auf Medien, Abonnements und Betriebssysteme konzentriert. Doch es gibt noch andere Bereiche, wie zum Beispiel das Internet of Things. Wird sich hier in 20 Jahren etwas ändern? Ich vermute, dass sich der Trend fortsetzen wird.
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