
Im Netzwerk Insider vor 20 Jahren: Wie viel Bandbreite brauchen Ethernet-Switches?
03.03.26 / Dr. Markus Ermes
Vor 20 Jahren wurde im Netzwerk Insider betrachtet, wie sich die Bandbreiten pro Port sowie das Feature-Set von Access-Switchen im Campus-Netz entwickelt haben. Hat sich seitdem etwas geändert?
Die Situation vor 20 Jahren
Damals war die Situation technisch durchaus spannend: In der Fläche waren meist 100 Mbit/s pro Port üblich, und es kamen vermehrt Access-Switches auf den Markt, die pro Port eine Leistung von 1 Gbit/s unterstützten. Allerdings hatte diese Leistung auch ihren Preis. Und für die meisten Use Cases waren 100 Mbit/s damals ausreichend. Dadurch war es immer noch attraktiv, in der Fläche bei 100 Mbit/s zu bleiben. Zusätzlich wurde die Anzahl der Anbieter in diesem Bereich deutlich größer, sodass die Entscheidung für oder gegen einen Hersteller nicht so sehr anhand der unterstützten Bandbreite, sondern zunehmend anhand der Zusatzfunktionen wie IEEE 802.1X (Netzwerk-Zugangskontrolle) oder Power-over-Ethernet (PoE) getroffen wurde.
Was ist hier in 20 Jahren passiert?
Die Situation heute
Heute hat sich eine Bandbreite von 1 Gbit/s in der Fläche durchgesetzt. Es gibt zwar vereinzelt Hochleistungs-Workstations, die auch 10 Gbit/s unterstützen, diese sind aber eher die Ausnahme. Und dass eine Verzehnfachung der Bandbreite in diesem Bereich bei Clients nicht mehr so viel bringt wie vor langer Zeit der Sprung von 10 Mbit/s auf 100 Mbit/s, ist den Herstellern klar. Aus diesem Grund gibt es aktuell die Bewegung zu NBASE-T, das im Client-Bereich 2,5 oder 5 Gbit/s verspricht – dennoch bleibt diese Bandbreite selten. Wir stehen also vor einer ähnlichen Situation wie damals.
Sonstige Funktionen, insbesondere PoE und IEEE 802.1X, sind inzwischen eher die Regel. Man muss allerdings darauf achten, dass bei PoE die richtige Ausprägung unterstützt wird und bei IEEE 802.1X die tatsächlich erforderlichen Funktionen verfügbar sind. Denn nicht jeder Switch bietet alle Funktionen, ganz zu schweigen von herstellerspezifischen Erweiterungen.
Weitere Funktionen, die heute eine Rolle spielen, kommen aus dem Bereich des Software-Defined Network (SDN) und der Mikrosegmentierung. Was im Rechenzentrum mit Technologien wie VXLAN, SPB-M und proprietären Lösungen wie NSX und ACI begonnen hat, findet sich inzwischen auch in eigenen Lösungen für das Campus-Netz.
Fazit
Mit jedem neuen Fortschritt bei Netzwerk-Bandbreiten stellt sich erneut die Frage: Lohnt es sich, auf die neuen Technologie zu setzen oder reicht die Leistung, die ich bereits habe. Heute, wie vor 20 Jahren, sind nicht so sehr die Bandbreite, sondern eher die Zusatzfunktionen entscheidend. In 20 Jahren könnte 10 Gbit/s am Client die Regel sein. Ob es dann kabelgebunden sein muss, ist eine andere Frage. Wir werden uns wahrscheinlich die Frage stellen: Lohnt es sich, auf 100 Gbit/s zu gehen? Abwarten, ob wir diese Bandbreite in 20 Jahren überhaupt brauchen.
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