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Zweigert

MAC Address Passthrough – Warum diese Funktion im Unternehmensnetzwerk wichtig ist

27.01.2026 / Paul Zweigert

In der Juli-Ausgabe 2021 des Netzwerk Insiders beschreibt Daniel Prinzen sehr treffend die Bedeutung von Network Access Control (NAC) in modernen Unternehmensnetzen. Er macht deutlich, wie wichtig es ist, Geräte bereits beim Netzzugang eindeutig zu identifizieren und zu kategorisieren, um anschließend nur autorisierten Endgeräten Zugriff auf sensible Ressourcen zu gewähren. NAC sorgt somit für eine klare Trennung zwischen erwünschten und unerwünschten Geräten. In der Praxis setzen viele NAC-Umgebungen auch auf MAC-Adressen, beispielsweise bei MAB (MAC Authentication Bypass), beim Profiling oder in Inventar- und Monitoring-Systemen.

Einführung

In der modernen Geschäftswelt werden USB-C- oder Thunderbolt-Dockingstationen von zahlreichen Unternehmen eingesetzt, um die Verbindung von Laptops mit externen Geräten wie Monitoren und dem Netzwerk zu ermöglichen. Diese Vorgehensweise erweist sich als praktisch, führt jedoch zu einem häufig übersehenen Effekt: Manche Dockingstationen verwenden eine eigene MAC-Adresse. Infolgedessen identifiziert das Netzwerk nicht länger den Laptop, sondern die Dockingstation als Endgerät. An dieser Stelle treten häufig Fehler auf.

Warum MAC Address Passthrough wichtig ist

Um zu verhindern, dass Dockingstationen das Netzwerk durcheinanderbringen, gibt es die Funktion MAC Address Passthrough. Sie sorgt dafür, dass eine Dockingstation bei der Netzwerkanmeldung nicht ihre eigene MAC-Adresse verwendet, sondern die des angeschlossenen Laptops. Dadurch bleibt die Identität des Endgeräts immer konsistent unabhängig davon, wie es angeschlossen wird.

Diese Konsistenz ist vor allem in Umgebungen entscheidend, in denen Systeme auf die Information bezüglich der MAC-Adressen angewiesen sind. Dazu gehören z. B.:

  • DHCP-Server, die feste IP-Adressen anhand der MAC vergeben
  • NAC-Systeme, die Endgeräte anhand von Merkmalen klassifizieren
  • Port-Security-Konfigurationen, die nur bestimmte MACs zulassen
  • Monitoring- und Inventarisierungssysteme, die Geräte anhand ihrer MAC erfassen

Wenn ein Gerät gelegentlich sowohl mit Laptop-MAC als auch mit Docking-MAC auftritt, kommt es zu einer Verwirrung der Mechanismen. Dies hat zur Folge, dass falsche DHCP-Einträge generiert, unnötige Sicherheitsmeldungen angezeigt werden oder komplette Zugriffsprobleme auftreten. MAC Address Passthrough verhindert genau das und sorgt dafür, dass ein Gerät immer dieselbe Netzwerkidentität besitzt.

Typische Probleme ohne Passthrough

Viele Administratoren kennen dieses typische Fehlerszenario:

„Über die Dockingstation bekomme ich keine IP – aber direkt am LAN funktioniert alles.“

Was auf den ersten Blick wie ein Netzwerkausfall wirkt, hat fast immer denselben Ursprung: wechselnde MAC-Adressen. Daraus ergeben sich häufig Probleme wie:

  • Zwei verschiedene MACs für dasselbe Gerät im DHCP
  • MAC-Flapping auf Switchports, da sich die MAC ständig ändert
  • Port-Security-Blockaden, weil die Docking-MAC unbekannt ist
  • Doppelte Einträge oder Warnungen in Monitoring-Systemen

Obwohl diese Symptome kompliziert erscheinen, lassen sie sich fast immer darauf zurückführen, dass eine Dockingstation eine andere MAC-Adresse verwendet als der Laptop.

Wie die Funktion technisch arbeitet

Die Funktionsweise ist technisch einfach, aber äußerst effektiv:
Sobald der Laptop an die Dockingstation angeschlossen wird, übermittelt er seine MAC-Adresse an die Dockingstation. Diese übernimmt die Adresse und nutzt sie für den gesamten Netzwerkverkehr. Dadurch ist die Dockingstation aus Sicht des Netzwerks nicht mehr sichtbar- sie arbeitet wie ein transparenter Adapter.

Damit das funktioniert, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Dockingstation muss MAC Address Passthrough unterstützen.
  • Die Funktion muss im BIOS/UEFI des Laptops aktiviert sein.
  • Firmware und Netzwerktreiber sollten aktuell gehalten werden.

Gerade veraltete Dockingstation-Firmware sorgt häufig für unklare Fehlermeldungen oder MAC-Flapping. Mit aktuellem BIOS und aktueller Firmware arbeiten die meisten Dockingstationen jedoch zuverlässig und stabil.

Warum die Funktion im Unternehmensnetz so viel ausmacht

Ein Laptop mit derselben MAC-Adresse sorgt für mehr Ordnung im Netzwerk. DHCP-Reservierungen, NAC und Port-Security funktionieren. Wenn Mitarbeiter oft zwischen LAN-Anschluss und Dockingstation wechseln, sorgt MAC Address Passthrough dafür, dass es keine Störungen gibt. Das entlastet den IT-Support und sorgt für einen stabilen Netzwerkbetrieb.

Fazit

Die Funktion „MAC Address Passthrough“ stellt sicher, dass die Identität eines Laptops im Netzwerk nicht verändert wird, nur weil er über eine Dockingstation betrieben wird. Insbesondere in Verbindung mit NAC, DHCP-Reservierungen und Port-Security ist dies von entscheidender Bedeutung, um ein stabiles, übersichtliches und gut kontrollierbares Netzwerk zu gewährleisten. In modernen Unternehmensumgebungen ist es daher empfehlenswert, diese Funktion standardmäßig zu aktivieren.

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