Mitte Februar hat die jährliche Fastenzeit vor Ostern begonnen. Die Fastenzeit steht für bewussten Verzicht, was bedeutet, dass Überflüssiges weggelassen werden soll und dadurch Raum für Wesentliches geschaffen wird. Übertragen wir das auf unsere Gebäude-IT, so bedeutet dies Reduktion der Angriffsfläche. Alles, was nicht benötigt wird, kann deaktiviert, entfernt oder abgesichert werden. So senken wir bewusst das Risiko für Cyberangriffe, was gerade in stark vernetzten Gebäuden mit Gebäudeautomation (GA), IoT-Komponenten und Fernwartungszugängen immer wichtiger wird.
Was bedeutet „Reduktion der Angriffsfläche“?
Die Angriffsfläche umfasst alle potenziellen Einstiegspunkte, über die Angreifer in ein System eindringen können. Dazu gehören
- offene Ports,
- überflüssige bzw. nicht genutzte Dienste,
- veraltete Firmware oder Software,
- unsichere Fernzugänge wie VPNs und Webinterfaces,
- ungenutzte Testaccounts,
- schwache Authentifizierungen und
- unsegmentierte Netzwerke.
Je mehr Dienste, Schnittstellen und Protokolle aktiv sind, desto größer wird die Angriffsfläche. Dadurch ist es wichtig, sich mit diesen Schwachstellen bewusst auseinanderzusetzen und entsprechend mittels benötigter Maßnahmen dagegenzuwirken.
Typische „Fastenmaßnahmen“ im Gebäude
Um die Angriffsfläche zu verringern, könnten folgende Maßnahmen umgesetzt werden:
- überflüssige Protokollen, Dienste und Ports deaktivieren,
- Netzwerksegmentierungen umsetzen, beispielsweise durch VLAN-Trennungen, Firewalls einbauen, Zugriffe definieren,
- Fernwartungszugänge absichern, indem beispielsweise Multi-Faktor-Authentifizierungen verwendet werden und Zugriffe protokolliert werden,
- ungenutzte Testaccounts entfernen,
- Zugriffe und Adminrechte überprüfen, managen und wenn möglich reduzieren und anpassen,
- sauber patchen und dokumentieren und
- regelmäßig Updates durchführen.
Zum Thema Netzwerksegmentierung könnte der Blog Praxiserfahrungen zur Netzsegmentierung meines Kollegen Behrooz Moayeri von Mai 2025 interessant für Sie sein.
In der Fastenzeit geht es auch in der Gebäude-IT nicht um Verzicht, sondern um Bewusstheit und Resilienz. Gebäude werden immer digitaler, damit auch vernetzter und anfälliger. Lasst uns also diese Vor-Osterzeit nutzen, um bewusster mit unserer Gebäudedigitalisierung umzugehen.




