Klimawandel und IT – Was kommt auf uns zu?

05.08.2021 / Dr. Markus Ermes

Markus Ermes

In den letzten Tagen führte kein Weg an Nachrichten zum Thema Hochwasser vorbei. Auch bei ComConsult wurde der Bezug zu IT und Kommunikation in unserem Netzwerk-Insider und in Blog-Beiträgen betrachtet.

Durch die (mehr oder weniger) unmittelbare Nähe der Hochwasser und den schrecklichen Konsequenzen ist aber ein anderes Phänomen etwas in den Hintergrund gerückt: Die extremen Temperaturen in Teilen von Nordamerika. Und bedingt durch den Klimawandel muss vermehrt mit solchen extremen Temperaturen gerechnet werden, auch in Gebieten, in denen das bisher als nahezu ausgeschlossen galt. Ist ein Rechenzentrums-Standort betroffen, ergibt sich eine neue Herausforderung: Die Klimatisierung!

Klimatisierung – auch von der Außentemperatur abhängig

Erst einmal hört sich das nicht besonders schwierig an. Rechenzentren sind doch grundsätzlich klimatisiert. Wieso sollte ich mir Sorgen machen, wenn es draußen heiß wird? Und die Klimaanlage ist doch auch so dimensioniert, dass die anfallende Wärme der Systeme abgeführt werden kann.

Diese Annahme ignoriert aber einen Umstand: Selbst neuere Klimaanlagen sind klassischerweise nur für Außentemperaturen bis 40 °C ausgelegt. Und diese Temperaturen wurden beispielsweise in Kanada deutlich überschritten. Hier wurden gebietsweise Temperaturen um 50 °C gemessen.

Dass Klimaanlagen bei hohen Außentemperaturen durchaus streiken können, haben ICE-Züge zum Beispiel im Jahr 2010 eindrucksvoll demonstriert. Ausgelegt für eine maximale Außentemperatur von 32 °C, hat die Klimaanlage versagt und es wurden Temperaturen von bis zu 50 °C im Innenraum erreicht. Passiert so etwas in einem Rechenzentrum, kann es schnell zu einer Notabschaltung oder zu Systemausfällen kommen.

Die gute Nachricht ist, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, die Kühlung der Systeme aufrecht zu erhalten. Eine Möglichkeit ist die Nutzung von Klimaanlagen, die zusätzliche Wärmespeicher nutzen können, beispielsweise Eis oder Wasser. In manchen Fällen, zum Beispiel bei einigen Supercomputern, besitzen die Systeme eine Wasserkühlung, sodass die Außentemperatur eine untergeordnete Rolle spielt. Mit dem aufgeheizten Wasser kann man im Zweifelsfall sogar seinen Campus versorgen.

Fazit

Der Klimawandel wird spürbare Auswirkungen auch auf Rechenzentren haben. Neben offensichtlichen Ereignissen wie Hochwasser oder Erdbeben werden auch Hitzewellen Rechenzentren in Gefahr bringen. Die gute Nachricht ist, dass diese Herausforderung mit einem gut durchdachten Kühlkonzept beherrschbar ist.

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