Aspekte und Hinweise zur Einführung von Office 365 und Microsoft Teams

04.05.2019 / Cornelius Höchel-Winter /

hoechel winter cornelius

aus dem Netzwerk Insider Mai 2019

Microsoft mischt mit Azure und Office 365 den Markt für Cloud-Anwendungen derzeit kräftig auf. Microsoft nutzt dabei seine marktbeherrschende Stellung bei den Büroanwendungen und ist auf dem besten Weg diese Position auch bei Cloud-Office-Anwendungen zu behaupten, wenn nicht sogar auszubauen. Denn mit Teams als Nachfolger von Skype for Business wurde sehr erfolgreich eine Komponente integriert, die das Potential hat, die Bereiche Kommunikation und Kollaboration im Unternehmen auf eine komplett neue Ebene zu heben.

Natürlich ist Microsoft Teams nicht das einzige Produkt, das solche neuen, teamorientierten Arbeitsweisen adressiert. Gerade Cisco und Unify haben mit WebEx Teams und Circuit ebenfalls spannende Produkte im Angebot, die jedoch beide auf sehr speziellen Ansätzen beruhen. Bei WebEx Teams steht der Meeting-Bereich klar im Vordergrund, bei Circuit liegt der Schwerpunkt auf der Kommunikation. Microsoft Teams hat daher mit seiner breiten Abdeckung praktisch aller Funktionsfelder aus Kommunikation und Kollaboration derzeit einen deutlichen Vorsprung.

In diesem Artikel werden zunächst die Voraussetzungen und Konsequenzen auf Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse analysiert und einige Aspekte zur Administration von Office 365 mit dem Augenmerk auf Einführung und Migration beleuchtet. Im Anschluss werden Tipps und Erfahrungen bei der Einführung und Konfiguration einer Teams-Umgebung diskutiert.

Abbildung 1: Sie brauchen eine Vision

So schön wie sich die Office-365-Produkte auch in der Theorie präsentieren, die Einführung von Office 365 ist alles andere als ein Selbstläufer:

  • Bei der Verlagerung von Dokumenten in die Cloud sind rechtliche und sicherheitstechnische Aspekte zu beachten und Lösungen zur Klassifizierung, zu DLP (Data Loss Prevention) und Verschlüsselung von Dateien und E-Mails sowie zur Gewährleistung von Aufbewahrungsfristen und Löschpflichten umzusetzen.
  • Teams muss moderiert, mit technischer und administrativer Unterstützung und flankierenden Mitarbeiterschulungen eingeführt werden. Die Auswirkungen auf die Administration und Verwaltung von Benutzern und Benutzergruppen sind sehr hoch und auch die Anforderungen und notwendigen Veränderungen bei Arbeitsabläufen und Geschäftsprozessen sind zu groß als dass man das einfach so laufen lassen sollte. Detaillierte Vorschläge zur kontrollierten Einführung von Teams werden weiter unten in diesem Artikel diskutiert.
  • Selbst vermeintlich wohl bekannte Anwendungen wie Word, Excel oder PowerPoint verhalten sich in der Cloud anders! Auch hier spielen Kollaborationsfunktionen (jetzt auf Dokumentenebene) verstärkt eine Rolle, auch hier gibt es das Potential, dass sich alt hergebrachte Arbeitsabläufe zugunsten einer effektiveren Zusammenarbeit verändern.
  • Erfahrungen bei fast allen Projekten und Kundengesprächen haben gezeigt, dass eine Cloud selten allein bleibt. Umgebungen mit mehreren Clouds, die untereinander vernetzt und integriert werden müssen, werden zunehmend zur Regel.
    Bereits im Netzwerk Insider vom November 2018 hatten wir grundlegende Fragen und Rahmenbedingungen für den Gang in die Cloud und die Einführung von Cloud-Anwendungen generell diskutiert:
  1. Sie benötigen eine Zielbeschreibung/
    eine Vision, wo Sie beschreiben, was Sie erreichen wollen.
  2. Sie müssen einen geeigneten Cloud-Provider als sogenannten Identity-Provider festlegen, der es Ihnen erlaubt, alle Cloud-Anwendungen und die gesamte Benutzerverwaltung in allen Clouds inklusive Single Sign-On und Multifaktor-Authentifizierung über eine einzige Schnittstelle abzuwickeln.
  3. Sie müssen entscheiden, wo welche Daten liegen und wie sie gegebenenfalls geschützt werden sollen. Auch hier ist es sinnvoll, einen einzigen Cloud-Dienst zur Ablage aller Dokumente auszuwählen und es nicht den Vorlieben von Mitarbeiten zu überlassen, in welcher Cloud welche Dokumente abgelegt werden.
  4. Sie müssen klären, welche Auswirkungen die Einführung der Cloud-Anwendungen auf Ihre Infrastruktur hat. Hier sind natürlich das interne Netzwerk, aber auch WAN-Verbindungen und -Zugänge zu betrachten. Insbesondere Ihr Internet- und Cloud-Zugang muss hinsichtlich Bandbreite, Qualität und Verfügbarkeit kritisch hinterfragt werden.

Sie brauchen eine Vision

Eine weitreichende und tragfähige Vision ist hierbei der wichtigste Aspekt und eine wesentliche Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung eines Cloud-Projekts. Sie müssen für Ihr Unternehmen und für Ihre Mitarbeiter beschreiben, was durch den Gang in die Cloud erreicht werden soll und welche Geschäftsprozesse hierdurch optimiert und verbessert werden sollen. (siehe Abbildung 1)
Wenn Sie hierfür keine glaubhaften Argumente finden, werden sie den Übergang in eine moderne Büro- und Arbeitswelt (Stichwort: Digitalisierung 2.0) nicht schaffen!

Bei der Einführung von Office 365 stehen in diesem Zusammenhang die Bereich Kommunikation und Kollaboration weit im Vordergrund. Fast jedes aktuelle Schlagwort in diesen Bereichen führt Sie früher oder später zu Office 365: Dokumentenkollaboration, mobiles Arbeiten, Integration Externer, Persistent Chat, Huddle Rooms, Integration von künstlicher Intelligenz in Arbeitsabläufe – und immer ist die Basis ein Übergang von benutzerzentrischen, hierarchisch geprägten Arbeitswelten hin zu mehr Teamorientierung. Die Schlagworte aus der Digitalisierung-2.0-Diskussion führen in die gleiche Richtung: kollektive Intelligenz, Selbstorganisation, Selbstregulierung, Sharing Economy etc.

Menü des Microsoft 365 Admin Centers

Abbildung 2: Menü des Microsoft 365 Admin Centers

Der Übergang von einer benutzerzentrischen Arbeitsweise zu einer teamzentrischen ist eine der zentralen Grundsatzentscheidungen, die Sie treffen müssen.

Aber aufgepasst: Teams, die nicht mehr in einer Organisationslinie angesiedelt sind, erfordern neue Lösungen und neue Arbeitsweisen für die Mitglieder im Team und neue Führungskonzepte seitens der Führungskräfte im Team. Gerade die modernen Kollaborationstools, die auf teamorientierten, persistent Chats beruhen, stellen die bisherige auf E-Mail basierende Kommunikationsweisen praktisch auf den Kopf – und Microsoft Teams unterscheidet sich hier in nichts vom Mitbewerb (Satya Nadella hat dies auf der Ignite 2017 als „a new culture of work“ bezeichnet).

Drei neue Konzepte kennzeichnen diese neue Arbeitskultur:

  1. Im Team sieht jeder alles. Alle haben Zugriff auf dieselben Informationen.
    Anmerkung: Ja, das kann bei dem einen oder anderen einen Kulturschock auslösen.
  2. Es gibt nicht mehr den einen Ansprechpartner. Aufgaben werden an das Team delegiert und vom Team gelöst.
    Anmerkung: Ja, das ist spannend: Es wird Mitarbeiter geben, die sich im Team wegducken, und solche, die sich unerwartet nach vorne stellen.
  3. Bereitgestellte Informationen unterliegen im Team einer Holschuld jedes einzelnen Teammitglieds!
    Anmerkung: Das ist in vielen Organisationen die größte Herausforderung. Viele Mitarbeiter empfinden eine E-Mail als persönliche Darreichung einer Information, selbst wenn das drei- oder viermal redundant erfolgt und man persönlich nur in CC steht. Im Team muss man sich selbst darum kümmern, gut informiert zu sein, was zunächst schwerfällt. Nachrichten wie „Wichtige Information bitte weiterhin per E-Mail schicken!“ sind in der Einführungsphase nicht selten.

Hierbei müssen Sie Ihre Mitarbeiter mitnehmen und unterstützen – und zwar durch alle Führungsebenen hindurch. Natürlich geht es vordergründig um mehr Produktivität durch Kreativität und Dynamik im Team. Die Effizienz Ihrer Teams ist ein ernstes Thema.

Menü des Azure AD Admin Centers

Abbildung 3: Menü des Azure AD Admin Centers

Effizienz können Sie aber nur erreichen, wenn Ihre Mitarbeiter lernen und verstehen, dass sie im Team und mit diesen Tools besser und effektiver arbeiten können, dass Teamarbeit ein konkreter Vorteil für sie selbst darstellt. Wenn Teamorientierung als Schikane wahrgenommen wird oder von der Führungsebene nicht unterstützt wird, können Sie nicht erwarten, dass sich ein solches Produkt von allein auf breiter Basis in der Belegschaft durchsetzt.

Warum Office 365 wichtig ist

Aber kommen wir jetzt zur technischen Umsetzung einer Office-365-Einführung.

Office 365 ist nicht einfach die nächste Version von Office 2016 oder Office 2019, auch wenn Microsoft diese Assoziation offensichtlich ganz recht ist. Unter dem Namen Office 365 versammeln sich zunächst einmal eine Reihe unterschiedlicher Lizenzpakete, Microsoft nennt sie „Pläne“, auf Mietbasis für Cloud-Dienste, Cloud-Anwendungen, Apps für Desktops und Smartphones und klassische Desktop-Anwendungen. Gemeinsam ist allen Plänen:

  • Azure AD als Basis für Administration und Verwaltung,
  • die Cloud-Dienste Exchange, SharePoint, OneDrive, Skype for Business bzw. Teams als Basis für E-Mail, Datenhaltung und Kommunikation (die Pläne ProPlus und Business enthalten nur OneDrive),
  • den Zugriff auf klassische Office-Formate wie Word, Excel, PowerPoint und Outlook – in jedem Fall in den browserbasierenden Online-Versionen, in den höherwertigen Plänen auch als lokal installierbare Version für Windows und MacOS.

In jedem Fall umfasst Office 365 durch die Integration der Cloud wesentlich mehr Funktionen und Anwendungen als nur die vier oder fünf Büroanwendungen der klassischen Office-Suiten. Mit Office 365 sind Sie in der Cloud und müssen damit Ihre oben andiskutierten Basisaufgaben erledigen!

Menü des Portals Microsoft Azure

Abbildung 4: Menü des Portals Microsoft Azure

Die große Bedeutung, die Office 365 am Markt hat, liegt jetzt nicht zuletzt darin, dass Microsoft mit Office 365 viele der oben angesprochenen Anforderungen durchaus zufriedenstellend und mit stellenweise umfangreicher Funktionalität adressiert:

  • Azure AD stellt das zentrale Benutzer- und Gruppenverzeichnis für alle Office-365-Anwendungen zur Verfügung.
  • Mit AD Connect kann ein eigenes Active Directory on-premises mit Azure AD synchronisiert werden.
  • Cloud-Anwendungen Dritter können im Azure AD eingebunden werden und via SAML, Single Sign-On (SSO) und Auto-Provisioning kann auch deren Benutzerverwaltung in den meisten Fällen integriert und damit zentral administriert werden.
  • Mit Funktionen wie Multi-Faktor Authentifizierung (MFA) und Conditional Access kann darüber hinaus auch der Zugriff auf Cloud-Anwendungen (egal ob es sich um Office-365-Anwendungen oder eingebundene Anwendungen Dritter handelt) detailliert gesteuert werden.
  • SharePoint und OneDrive decken den Bereich Dokumentenverwaltung, Dokumentenkollaboration und Freigabe ab.
  • Mit Intune stehen Werkzeuge zum Mobile Device Management (MDM) und zum Schutz mobiler Endgeräte zur Verfügung.
  • Über das Office 365 Security & Compliance Center haben Sie Zugriff auf eine Reihe von Überwachungsfunktionen und Sicherheitsberichte zum Zustand und Nutzung von Office 365.
  • Azure Information Protection (AIP) und Azure Advanced Threat Protection (ATP) runden die verfügbaren Sicherheits- und Datenschutzmechanismen weiter ab.

Microsoft bietet ihren Kunden also einen durchaus komfortablen Weg in die Cloud. Ein Komfort, der jedoch gefährlich sein kann! Insbesondere dann, wenn Sie kein Plan haben, was Sie in der Cloud wollen, wenn Sie keine Vision, keine Zielvorgaben, keine „Cloud Policy“ haben.

Microsoft baut übrigens diesen Komfort, alles aus einer Hand beziehen und betreiben zu können, mit neuen Lizenzsuiten, die nicht mehr „Office 365 …“, sondern jetzt „Microsoft 365 …“ heißen und zusätzlich eine Reihe von Sicherheitsfunktionen und Gerätemanagement beinhalten (im Wesentlichen das Produkt „Enterprise Mobility + Security“), verstärkt aus.
Die Einführung von O365 ist also schon aus administrativer Sicht angesichts der schieren Vielzahl von Funktionen und Parametern eine echte Großaufgabe.

Administration

Aber Microsoft wäre nicht Microsoft, wenn das alles völlig problemfrei und benutzerfreundlich umgesetzt wäre.

Zur Administration und Verwaltung eines Office-365-Mandanten muss man sich mit einer ganzen Reihe von Web-Portalen und Schnittstellen vertraut machen:

  • dem Office 365 Admin Center (seit kurzem auch „Microsoft 365 Admin Center“),
  • einer ganzen Reihe produktspezifischer Web-Portale für Exchange, SharePoint, OneDrive, Skype for Business, Teams, Flow,
  • Web-Portalen für die Bereiche Security, Compliance und Geräteverwaltung,
  • dem „Azure Active Directory Admin Center“ (zu erreichen über die URL https://aad.portal.azure.com/),
  • dem Portal „Microsoft Azure“ (zu erreichen über die URL https://portal.azure.com/ – dieses Portal ist eine Obermenge des Azure AD Admin Centers, welches zusätzlich auch die IaaS- und PaaS-Produkte von Azure abdeckt; üblicherweise wird man für Office 365 dieses Portal nicht benötigen, leider sind jedoch einige Spezialfälle wie Azure Information Protection hier versteckt),
  • PowerShell mit einer ganzen Reihe von Modulen/Libraries, die alle separat installiert werden müssen und sich bislang wenig konsistent zu einander verhalten,
  • der REST-API „Microsoft Graph“.

(siehe Abbildungen 2-5)

Als Daumenregel kann man sagen, dass die Office-365-Portale etwas benutzerfreundlicher aufgebaut sind, aber dafür nur eine Teilmenge der möglichen Einstellungen zur Verfügung stellen, die beiden Azure-Portale bieten dagegen einen vollständigeren Blick auf die jeweiligen AD-Objekte, was je nach Objekt jedoch sehr umfangreich sein kann. Was in den Office-365-Portale und was in den Azure-Portalen zu finden ist, lässt sich jedoch nicht 1:1 zuordnen, die Themenbereiche und Einstellungen sind keineswegs gleich benannt, was man wo findet, ist unter Umständen auch Glückssache.

Untermenü Azure Active Directory

Abbildung 5: Untermenü „Azure Active Directory“

Und was dann immer noch fehlt, findet man (eventuell) über PowerShell.

Hinzukommt, dass wir ja Cloud-Anwendungen administrieren, und daher ist die Administration selbst ebenfalls eine Cloud-Anwendung! Cloud-Anwendung werden aber vom Provider in regelmäßigen Abständen weiterentwickelt oder verändert, was in diesem Zusammenhang hier bedeutet, dass beispielsweise Menüpunkte oder Einstellungen an eine andere Stelle verschoben werden. Gerade zurzeit wird das alte „Office 365 Admin Center“ zum neuen „Microsoft 365 Admin Center“ umgebaut, was viele Änderungen mit sich bringt. Aber auch das alte „Skype for Business Admin Center“ wurde im Zuge des Umbaus von Skype for Business hin zu Teams komplett aus dem Basismenü entfernt und ist seit kurzem nur noch über den Menüpunkt „Altes Portal“ im neuen „Microsoft Teams Admin Center“ zu finden.

Microsoft sorgt jedenfalls dafür, dass es Office-365-Administratoren nicht langweilig wird.

Beispiel „Unternehmensprofil“:
Im „Microsoft 365 Admin Center“ findet man unter Einstellungen den Punkt „Organisationsprofil“. Dort kann man Namen und Adresse des Unternehmens sowie einen technischen Kontakt hinterlegen. Außerdem findet man hier auch den Punkt „Veröffentlichungseinstellungen“, wo man steuern kann, wer im Unternehmen das Standardrelease von Office 365 und wer gegebenenfalls früher eine Vorabversion erhält. Darüber hinaus kann man die standardmäßige Navigationsleiste anpassen, ein Logo hochladen, entscheiden, ob der vollständige Name des angemeldeten Benutzers angezeigt wird, die Kacheln in der Liste „Meine Apps“ anpassen und unternehmensspezifische Helpdesk-Informationen festlegen.

Im Azure-Portal gibt es einen ähnlichen klingenden Menüpunkt „Unternehmensbranding“. Dort wird jedoch im Gegensatz zur Navigation eben jetzt die Anmeldeseite mit Logo, Hintergrundbild und Begrüßungstext designt! Außerdem findet man hier die Einstellung „Option ‚Angemeldet bleiben‘ anzeigen“, die es Benutzern ermöglicht angemeldet zu bleiben, auch wenn sie ihren Browser schließen.
Beispiel „Passwort-Richtlinien“:
Im „Microsoft 365 Admin Center“ findet man unter Einstellungen – „Sicherheit und Datenschutz“ den Unterpunkt „Kennwortrichtlinie“. Anders als man vielleicht erwarten könnte, kann man hier aber nur zwei Option festlegen:

  • die Tage bis zum Ablaufen der Kennwörter und
  • die Tage, bis ein Benutzer über den Ablauf informiert wird.

Ich persönlich bin übrigens an dieser Stelle der Meinung, dass man die Frist zum Ablauf der Kennwörter ruhig großzügig bemessen sollte. Ein Jahr oder auch mehr sind bei einem guten Passwort durchaus akzeptabel. Im Gegenteil: Es gibt keinen vernünftigen Grund ein gutes Passwort nach 30 oder 40 Tagen wegzuwerfen. Wesentlich wichtiger ist es, die Benutzer darin zu schulen, was ein „gutes“ Passwort ist – und vergessen Sie nicht: Ein „gutes“ Passwort muss man sich merken können!

Weitere Einstellungen findet man im Azure-Portal unter Authentifizierungsmethoden – Kennwortschutz. Hier gibt es zwei weitere Optionen:

  • die Anzahl fehlerhafter Anmeldeversuche bevor ein Konto erstmalig gesperrt wird und
  • die Dauer dieser erstmaligen Sperre in Sekunden.

Bei jedem weiteren Fehlversuch wird im Übrigen das Konto direkt wieder gesperrt und die Sperrdauer jeweils verlängert.
Außerdem kann man unter diesem Menüpunkt eine eigene Liste mit verbotenen Passwörtern hochladen. Denkbar sind hier Firmenname, Abteilungsnamen und andere Begriffe, die man im Zusammenhang mit dem eigenen Unternehmen als üblich betrachtet und die von Unbefugten, extern wie intern, erraten werden könnten.

Weiter adressiert das Azure-Portal unter dem Menüpunkt „Kennwort zurücksetzen“ auch einen etwas anderen Aspekt, nämlich ob und gegebenenfalls welche Benutzergruppe eigene Passwörter zurücksetzen darf (via Link „Passwort vergessen“), welche Authentifizierungsmethoden hierfür zur Verfügung gestellt werden und einige weitere Option rund um diesen „Self-Service“.

Will man tatsächlich noch tiefer in Passwort-Richtlinien einsteigen und beispielsweise die Komplexität oder die Länge von Passwörtern festlegen, geht das nur über das Produkt Azure Active Directory B2C, welches zusätzlich lizenziert werden muss.

Wollen Sie jetzt noch für einzelnen Service-Accounts verhindern, dass deren Passwörter ablaufen, so geht das nur über PowerShell:

  1. Sie müssen das Module AzureAD installieren und sich mit Connect-AzureAD anmelden.
  2. Danach können Sie eine Liste mit den Einstellungen aller Benutzern abrufen:
    Get-AzureADUser -All $true |
    Select-Object UserprincipalName, ObjectId,
    @{ Name = „PasswordNeverExpires“;
    Expression = {$_.PasswordPolicies -contains „DisablePasswordExpiration“} }
  3. Der folgende Befehl setzt dann für den Benutzer mit der angegebenen ObjektId den Flag „DisablePasswordExpiration“:
    Set-AzureADUser -ObjectId -PasswordPolicies DisablePasswordExpiration

Gruppen und Gruppenverwaltung

Benutzergruppen und Verteilerlisten sind natürlich nichts bahnbrechend Neues und jeder Benutzeradministrator weiß wie wichtig Benutzergruppen für die Verwaltung von beispielsweise Zugriffsrechten ist: Niemand will Duzende oder Hunderte von Verzeichnisrechten ändern, nur weil ein Benutzer die Abteilung gewechselt hat.

Mit Office 365 wächst jedoch sowohl die Bedeutung als auch die Anzahl von Benutzergruppen beträchtlich:

  • Office 365 gestattet es, dass sowohl Lizenzen als auch Anwendungen dynamisch über ihre Gruppenzugehörigkeit Benutzern zugeordnet werden können.
  • Mit Teams wird zu jedem Team automatisch eine eigene Benutzergruppe angelegt.

Wenn Sie also beispielsweise eine externe Anwendung XY in Ihr Azure AD integriert haben und den Zugriff auf diese Anwendung mittels Multi-Faktor Authentifizierung oder Conditional Access steuern wollen, könnten Sie eine Gruppe appXY anlegen, dieser Gruppe die MFA notwendigen Lizenzen zuordnen und dieselbe Gruppe bei der Definition der Zugangsregeln verwenden.

Wenn Sie zusätzlich Auto Provisioning für die Anwendung konfiguriert haben, können Sie ebenfalls dieselbe Gruppe oder gegebenenfalls geeignete Untergruppen wie appXY-admin und appXY-user nutzen, um neue Benutzer auf der Gegenseite richtig anwendungsspezifischen Rollen zuzuordnen.

In Verbindung mit AD Connect und einer Synchronisation mit Ihrem lokal Active Directory ergibt sich zusätzlich der Vorteil, dass solche cloudspezifischen Aufgaben wie Lizenzzuordnung oder SSO oder MFA, die es lokal ja gar nicht gibt, so trotzdem nach innen ziehen und mit lokalen AD-Werkzeugen verwalten können.

Es lohnt sich also, sich im Vorfeld ein paar neue Gedanken über das Design von Gruppen zu machen:

  • Wofür sollen Gruppen genutzt werden?
  • Welche Gruppen werden hierzu benötigt?
  • Macht es Sinn, eine Namenskonvention (z. B. feste Präfixe) festzulegen?

Insbesondere das Thema Namenskonvention werden wir weiter unten noch etwas vertiefen.

Übergang von Skype for Business zu Teams

Microsoft hat seit längerem angekündigt Skype for Business durch Teams abzulösen. Die Gründe hierfür liegen in erster Linie darin, dass Skype for Business als Enterprise-Produkt entwickelt wurde, aber mit seiner monolithische Serverarchitektur nicht sehr gut skaliert und als Cloud-Dienst schlicht unbrauchbar ist. Teams setzt dagegen wie praktisch alle Cloud-Dienste auf eine Mikroservice-Architektur, skaliert damit in Größenordnungen wie es ein Provider wie Microsoft braucht und ist außerdem wesentlich robuster und besser verfügbar.

Dieser Ablösungsprozess ist derzeit in vollem Gange wie aktuelle Statements von Microsoft zeigen:

  • We recently announced that the roadmap for bringing Skype for Business Online features and functionality into Microsoft Teams is now complete.
  • Skype for Business online is no longer included in Microsoft Office 365 for new customers that have fewer than 500 seats.

Es gibt zwar nach wie vor „kein Datum für die Einstellung des Supports“, aber Microsoft positioniert ganz klar und deutlich Teams als das strategische Produkt, neue Funktionen und Weiterentwicklungen wird es nur auf der Teams-Seite geben. Und vor dem Hintergrund, dass auch der Skype for Business Server abgekündigt ist („The latest version of Skype for Business Server 2019 was released in October 2018.“), sollte klar sein, dass jedes Unternehmen, das heute Skype for Business Online nutzt, einen Migrationspfad benötigt.

Im „Microsoft Teams Admin Center“ gibt es hierzu unter „Organisationsweite Einstellungen“ den Menüpunkt „Teams-Upgrade“. Dort kann man unter fünf sogenannten Koexistenzmodi wählen:

  1. Inseln:
    Benutzer können sowohl die Skype-for-Business- als auch die Teams-App verwenden.
  2. Nur Skype for Business:
    Benutzer erhalten Chats und Anrufe und planen Besprechungen in Skype for Business.
  3. Zusammenarbeit unter Verwendung von Skype for Business mit Teams:
    Benutzer erhalten Chats und Anrufe und planen Besprechungen in Skype for Business, verwenden aber Teams für die Gruppenzusammenarbeit.
  4. Zusammenarbeit und Besprechungen mit Skype for Business und Teams:
    Benutzer erhalten Chats und Anrufe in Skype for Business, verwenden aber Teams für die Gruppenzusammenarbeit und das Planen von Besprechungen.
  5. Nur Teams:
    In diesem Modus konfigurierte Benutzer verwenden Teams als einziges Tool für die Kommunikation und Zusammenarbeit.

Der hier ausgewählte Koexistenzmodus gilt als Default für alle Benutzer, kann aber pro Benutzer individuell überschrieben werden.
Migration zu Office 365

Eines der wichtigsten Themen bei der Einführung neuer Produkte, nämlich die Frage wie man Daten aus dem alten System in das neue überführt, wird von Microsoft sträflich vernachlässigt. Etwas, was angesichts des deutlichen Markterfolgs von Office 365 gerade in Deutschland umso mehr enttäuscht.

Gerade die Zusammenführung von zwei Office-365-Mandaten, was ja ein sehr microsoftspezifisches Thema ist, ist momentan im Markt ein sehr präsentes Problem und wird mangels einer überzeugenden Lösung auch sehr kontrovers diskutiert.

Im „Microsoft 365 Admin Center“ gibt es unter Setup zwar den Menüpunkt Datenmigration, aber wenn man genauer hinschaut, sieht man schnell wie armselig die hier zur Verfügung gestellten Werkzeuge sind: Sieben von neun Assistenten beschäftigen sich mit der Migration von E-Mail-Postfächern, der achte liefert Unterstützung bei der Migration von einem SharePoint Server 2013 (!) nach SharePoint Online oder OneDrive und der neunte unterstützt Sie beim Kopieren lokaler Daten. Letzteres kann man eigentlich nur als blanken Hohn bezeichnen.

Die Migration von Daten aus Office 365 heraus in ein anderes System scheint schlicht nicht vorgesehen zu sein, insbesondere Chats und Teams werden nicht unterstützt. – Was vermutlich der Grund ist, warum Microsoft zurzeit eine Zusammenführung von zwei Mandaten nicht hinbekommt.

Der aktuelle Status bei der Zusammenführung von zwei Office-365-Mandanten ist folgender:

  • Die Übernahme von Benutzer- und Gruppeninformationen kann mit überschaubarem Aufwand mit PowerShell automatisiert werden.
  • Auch die Migration von Postfächern aus Exchange Online funktioniert. Hierzu stehen verschiedene Tools mit und ohne Partnerunterstützung zur Verfügung.
  • Die Migration von Dokumenten aus OneDrive und SharePoint gelingt mehr oder weniger mittelprächtig:
    • So lang keine Anpassungen oder Erweiterungen in SharePoint vorgenommen wurden, kann die jeweils aktuelle Version einer Datei einfach kopiert werden. Sie verlieren dann aber auch alle weiteren Dateiattribute wie Vorgängerversionen, Besitzer und Zugriffsrechte, Freigaben, Zugriffshistorie etc.
    • PowerShell kann helfen zum Beispiel (leere) Sites und Teams automatisiert anzulegen und vorab zu konfigurieren. Einige benutzerspezifische SharePoint-Attribute können ebenfalls mit PowerShell ausgelesen und im neuen System wieder gesetzt werden.
    • Es gibt Microsoft-Partner und Tools, die kostenpflichtig mehr anbieten.
  • Die Migration von Chats aus Teams wird (derzeit) nicht unterstützt!
    • Lapidare Mitteilung von Microsoft: „Wir arbeiten daran.“

Administration von Teams

Teams ist ein Produkt, das tief in und mit anderen Office-365-Komponenten vom Azure AD bis zu SharePoint integriert ist, das tief in unsere gewohnten Arbeitsweisen eingreift und das außerdem aufgrund seiner Fähigkeit zur Kommunikation und Kollaboration mit externen Personen auch unter sicherheitskritischen Aspekten konfiguriert werden muss. Darüber hinaus ist eine Teams-Struktur wie gerade bemerkt sehr statisch, nachträgliche Änderungen sind aufwändig oder zum Teil gar nicht möglich.

Integration von Teams

Abbildung 6: Integration von Teams in andere Anwendungen

Es kann folglich nur hilfreich sein, die gesamte Umgebung von Microsoft Teams sorgfältig zu planen und nicht dem kreativen Aktionismus uninformierter Mitarbeiter zu überlassen. (siehe Abbildung 6)

Lassen Sie uns aber zunächst die technischen Einschränkungen und Implikationen zusammenfassen, die zu berücksichtigen sind:

  1. Es gibt öffentliche und so genannte private Teams. Der wesentliche Unterschied ist, dass öffentliche Teams über die Suche gefunden werden und jeder Mitarbeiter selbst einem öffentlichen Team beitreten kann. In ein privates Team kommt man nur auf Einladung.
  2. Mitglieder und insbesondere Gäste können bislang nur zu Teams, nicht aber zu untergeordneten Kanälen eingeladen werden. Damit können auch keine untergeordneten Zugriffs- oder Leserechte vergeben werden. Zugriffsrechte gibt es nur auf der Ebene Team.
  3. Es können nur Teams, nicht aber Kanäle „archiviert“ werden. (Wobei dieses „Archivieren“ im Wesentlichen das Umschalten des Teams in einen read-only Modus bezeichnet.)
  4. Passend zu jedem Team werden unter dem Namen des Teams je eine SharePoint-Site (mit URL) und eine Office-365-Gruppe (mit E-Mail-Adresse) erstellt.
  5. Die URL und die E-Mail-Adresse werden aus dem Teams-Namen abgeleitet:
    a. Alle Umlaute und die meisten Sonderzeichen werden ersatzlos entfernt:
    Technischer Übergang → Technischerbergang
    Thema: „Schöner Wohnen“ → ThemaSchnerWohnen
    b. URL und E-Mail-Adresse werden, falls nötig, durch ein vierstelliges, zufällig generiertes Suffix eindeutig gemacht.
    URL und E-Mail-Adresse werden also unter Umständen sehr unleserlich.
  6. Die Namen von Teams müssen übrigens nicht eindeutig sein! Es ist durchaus möglich, dass Sie zu mehreren gleichnamigen Teams eingeladen werden. Der Übersichtlichkeit dient das natürlich.
  7. Beim Löschen eines Teams bleibt die SharePoint-Site erhalten, der Name und damit die URL bleiben also vergeben.
  8. Die Office-365-Gruppe taucht ggfls. auch unter Gruppen in Outlook auf.
  9. Man kann (derzeit) zwar nachträglich den Namen eines Teams ändern, die URL und die E-Mail-Adresse bleiben dann aber unverändert!
  10. Ähnliches gilt für Kanäle:
    Zu jedem Kanal wird ein gleichnamiges Unterverzeichnis in SharePoint angelegt, wobei hier nur verzeichniskonforme Namen zulässig sind, die meisten Sonderzeichen werden bei Kanälen nicht unterstützt, das Verzeichnis erhält tatsächlich den gleichen Namen wie der Kanal.
    Auch der Name eines Kanals kann nachträglich geändert, dies ändert jedoch wiederum nicht den Namen des SharePoint-Verzeichnis, was gerade bei einer Synchronisation sehr verwirrend sein kann.
    Wird umgekehrt das Verzeichnis in SharePoint umbenannt, geht die Zuordnung zum Kanal verloren und das System erzeugt automatisch ein neues, jetzt leeres Verzeichnis mit dem alten Namen.
  11. Weder Threads (Unterhaltungen) noch einzelne Posts können verschoben werden, auch nicht in einen anderen Kanal desselben Teams. Das bedeutet, Sie können nicht im Nachhinein Teile eines Chats zu einem neuen Kanal verschieben, um dort ein neues Teilprojekt zu starten.

Damit kommen wir zu einer Reihe von Fragen und Empfehlungen zum Umgang mit Teams:

  1. Wird es prinzipiell erlaubt, dass externe Personen in einzelne Teams eingeladen werden?
    → Diese Frage ist tatsächlich von sehr grundsätzlicher Natur. Sie sollten bedenken, dass die problemfreie und gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Externen eine der Stärken von Teams und ein wesentliches Ziel von teamorientierten Arbeiten ist. Die Einstellungen hierzu finden Sie im „Microsoft Teams Admin Center“ unter „Organisationsweite Einstellungen“ – Gastzugriff und im Azure-Portal unter Benutzereinstellungen – Externe Benutzer (siehe Abbildung 7).

    Einstellungen für externe Zusammenarbeit

    Abbildung 7: Einstellungen für externe Zusammenarbeit

    Wenn Sie die Frage mit Ja beantworten,
    ist zu klären:

    • Wer darf Externe einladen?
      → In der Regel wird eine Beschränkung auf die Teambesitzer keine große Einschränkung bedeuten (Einstellung siehe Abbildung 7).
    • Soll der Kreis der Personen, die eingeladen werden dürfen, generell eingeschränkt werden auf z. B. bestimmte E-Mail-Domänen?
      → Hiervon würde ich abraten, der Aufwand, solche Whitelists zu pflegen, ist meist zu groß (Einstellung siehe Abbildung 7).
    • Soll in alle Teams eingeladen werden dürfen oder müssen bestimmte Teams von der Möglichkeit Externe einzuladen ausgenommen werden?
      → Einschränkungen bei bestimmten Teams sind problemlos via PowerShell über den Parameter AllowToAddGuests möglich (siehe Code)
    • Inwieweit müssen Dokumente, die in Teams mit Gästen abgelegt werden, besonders geschützt werden?
    • Welche Rechte haben Gäste?

    → Einstellungen siehe Abbildung 7.

  2. Wie ist die generelle Strategie für die Zusammensetzung von Teams?
    → Wenn Sie Teams anhand hierarchischer Struktur orientieren, werden diese Teams schnell sehr viele Kanäle umfassen und diese Teams werden sehr langlebig sein.
    Themen- oder projektspezifische Teams haben den Vorteil, dass die Anzahl von Kanälen überschaubar bleibt und dass das Team nach Projektende archiviert werden kann.
    Die Möglichkeit, Gruppen und damit Teams eine beschränkte Lebensdauer zu geben, kann ebenfalls dabei helfen, unnötige Teams auslaufen zu lassen.
  3. Wie werden Teams benannt?
    → In einigen Projekten hat es sich als sehr vorteilhaft herausgestellt, eine unternehmensweite Namenskonvention für Teams (und Gruppen) festzulegen, die die oben beschriebene Ableitung einer E-Mail-Adresse und einer URL berücksichtigt. Denkbar ist beispielsweise folgendes Vorgehen:

      • Es sind keine Umlaute und keine Sonderzeichen außer Leerzeichen und Doppelpunkte erlaubt.
      • Nach dem erstmaligen Anlegen werden die Teams mit Umlauten umbenannt.
    PowerShell-Skript

    Abbildung 8: PowerShell-Skript zur Verhinderung des Gastzugangs

    Alternativ oder zusätzlich kann via PowerShell der Parameter PrefixSuffixNamingRequirement gesetzt werden, der bei der Erstellung von Gruppen aus regulären Ausdrücken zu AD-Eigenschaften des Benutzers automatische Präfixe oder Suffixe generiert.

    Darüber hinaus hat das PowerShell-Cmdlet „New-Team“ aus dem Modul „MicrosoftTeams“ den Parameter -Alias, womit man einen Alias für E-Mail-Adresse und URL unabhängig vom Klartextnamen des Teams erzeugen kann.

    • Wer darf Teams anlegen?
      → In der Regel werden Sie nicht wollen, dass Teams nur von wenigen Administratoren angelegt werden dürfen. Trotzdem sollten Sie Möglichkeiten finden, Namenskonvention durchzusetzen und einen Wildwuchs von Teams zu verhindern. Leider gibt es (bislang ?) keine komfortable Möglichkeit sich anzeigen zu lassen, welche Teams es bereits gibt.
      Eine gute Möglichkeit, solche Probleme in den Griff zu bekommen, ist, eine kleine Web-Anwendung zur zentralen Team-Verwaltung zu schreiben, die
    • alle vorhandenen Teams anzeigen kann,
    • doppelte Team-Namen verhindert,
    • eine vernünftige Namenskonvention umsetzt.

    Auf der Basis von Microsoft Graph ist der Aufwand für eine solche Anwendung relativ klein.

  4. Soll es eine Netiquette für Teams geben?
    → Klare Empfehlung: Ja
    Sie sollten Grundregeln aufstellen, was, wie und wo geschrieben werden soll und was nicht: Zusammenarbeit im Team erfordert Disziplin!

    • „Off-Topic“-Beiträge und unnötige Posts müssen verhindert werden.
    • Verweise auf Dateien, andere Posts, andere Teams müssen verlinkt werden.
    • Neue Beiträge („Unterhaltungen“) sollten in der Regel eine Überschrift tragen (Klick auf das Format „A“ unter der Eingabezeile).
    • Antworten auf Beiträge müssen im Feld „Antworten“ erfolgen und nicht als neuer Beitrag! Dies ist aus Gründen der Nachvollziehbarkeit eines Chats essentiell wichtig, denn Teams hält nur die Antworten zu einem Beitrag als Thread zusammen, nicht aber die verschiedenen Threads. Letztere werden stets nach Aktualität neu sortiert.
      Sie sollten es in diesem Zusammenhang allen Mitgliedern und Gästen erlauben, eigene Beiträge zu löschen (siehe Abbildung 9). Es macht keinen Sinn, einen Teambesitzer um die Löschung eines Beitrags zu bitten, nur weil man sich im falschen Team geschrieben hat.
    • Weitere Empfehlungen:
      • Im Sinne einer transparenten Zusammenarbeit sollten die meisten Teams als öffentliche Teams angelegt werden.
      • Der Kanal „Allgemein“ hat eine Sonderrolle, die Einstellung „Nur Besitzer dürfen hier posten“ macht daher in vielen Teams Sinn.
      • Die Features „Teambild“ und „Beschreibung“ sollten genutzt werden! Beides ist in Umgebungen mit vielen Teams äußerst hilfreich.
Mitgliederberechtigungen

Abbildung 9: Mitgliederberechtigungen pro Team

Fazit

Mit Teams hat Microsoft ein modernes Produkt zur teambasierenden Kommunikation und Kollaboration in Office 365 integriert, das derzeit den Mitbewerb mehr oder weniger deutlich hinter sich lässt. Gerade durch die Integration in Office 365 mit Azure Actice Directory und SharePoint stehen mächtige Administrations-, Sicherheits- und Compliance-Werkzeuge zur Verfügung und mit dem Übergang praktisch aller Kommunikationsfunktionen von Skype for Business Online und SharePoint als Dokumentenablage sind praktisch alle Funktionsbereiche von Sprach- und Videokommunikation, Meeting, Team-Chat und Dokumentenkollaboration in einem Client vereint.

Aber gerade der sehr mächtige, umfangreiche Baukasten rund um Office 365 stellt das größte Hindernis bei der Einführung und dem Betrieb von Teams dar. Die verfügbaren Optionen und Einstellmöglichkeiten sind so umfangreich, dass die Administration selbst kleinerer Umgebungen schnell sehr aufwändig wird. Und Microsoft macht es Administratoren durch die Vielzahl an administrativen Portalen und weiteren Schnittstellen nochmal besonders schwer. Aber letztlich bestätigt das unsere Meinung, die wir schon lange verbreiten: Die Administration von Cloud-Anwendungen ist nicht einfacher als die lokale Software, im Gegenteil.

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