Die 230V-EDV-Schukosteckdose – Kurz und knapp erklärt

22.02.2022 / Peter Steufmehl

Ist Steckdose gleich Steckdose? Was unterscheidet die klassische, meist weiße Haushaltssteckdose, von der roten, orangefarbenen oder zumindest speziell beschrifteten 230V-EDV-Schukosteckdose?

Im Rahmen diverser Begehungen zum Thema DigitalPakt Schule stelle ich immer wieder fest, dass vermeintlich vorhandene 230V-EDV-Schukosteckdosen entweder zweckentfremdet oder überhaupt nicht benutzt werden.

Abbildung 1: 230V-EDV-Schukosteckdose

Folgende Normen können zu diesem Thema herangezogen werden:

  • Normenreihe DIN18015 »Elektrische Anlagen in Wohngebäuden«
    • DIN 18015-1:2007-09 – Planungsgrundlagen
    • DIN 18015-2:2010-11 – Art und Umfang der Mindestausstattung
    • DIN 18015-3:2007-09 – Leitungsführung und Anordnung der Betriebsmittel
    • DIN 18015-4:2010-11 – Gebäudesystemtechnik
  • DIN VDE 0100-718 »Errichten von Niederspannungsanlagen«

Schlagworte zum Thema 230V-EDV-Schukosteckdosen sind:

  • Anlagenverfügbarkeit
  • Ausfallsicherheit
  • Selektivität
  • Überspannungsschutz

Das Ziel sollte sein, dass über geeignete Maßnahmen im Fehlerfall nicht unnötig viele Verbraucher über das Auslösen eines Fehlerstrom- oder Leitungsschutzorgans abgeschaltet werden. Im Extremfall könnte dies z.B. bedeuten, alle Büroarbeitsplatzsteckdosen, an denen ein Computer und die dazugehörige Peripherie wie Monitor, Dockingstation, etc. angeschlossen sind, mit einer separaten Zuleitung über einen FI/LS-Schalter abzusichern. Die weiteren Geräte wie z.B. Ladenetzteile, Beamer, Drucker, Scanner oder Haushaltsverbraucher (Kaffeemaschinen, Tischleuchten etc.) wären über die „normalen“ Haushaltsstromkreise mit deren Absicherungskonzept zu versorgen.

Zusätzlich kann über eine redundante Stromversorgung – kurzzeitige Ausfälle sind möglich – in Form eines zusätzlichen Generators oder einer USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) zum Aufbau eines zumindest zeitweise ausfallsicheren Stromnetzes nachgedacht werden.

Was gibt es zusammenfassend dazu zu sagen?

Die Schlagworte Anlagenverfügbarkeit, Ausfallsicherheit, Selektivität und Überspannungsschutz sind aus unserer Sicht immer zusammen mit dem Kunden zu besprechen. Im Nachgang gilt es, ein abgestimmtes Konzept zu erarbeiten, da die Anforderungen sehr individuell sind und von Kunde zu Kunde anders beurteilt, gefordert und eingeschätzt werden.

Bei Fragen steht Ihnen unser Team des Competence Centers Elektro-Infrastrukturen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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