IPv6 mit Prefix-Längen größer 64

30.12.2019 / Markus Schaub

Markus Schaub

Auf Schulungen taucht immer wieder die Frage auf, ob ein längeres Prefix als /64 für Endgeräte-Netze sinnvoll ist.  

Die Gründe für diese Frage sind  

  • der Prefixanteil für das Subnetz-Design vergrößert sich 
  • die Anzahl ungenutzter Adressen pro Subnetz sinkt. 

Beiden Argumenten liegt dieselbe Ursache zugrunde: man hat bei IPv4 gelernt, dass Adressen knapp sind. Nun befürchtet man, dass bei IPv6 Adressen ebenfalls verschwendet werden. 

Zwar ist es möglich, von der 64er-Regel abzuweichen: in den Router Advertisements steht neben dem Prefix auch die Prefix-Länge. Zurzeit ist diese bei Endgerätenetzen immer 64. Das könnte man per Konfiguration ändern. 

Wie so häufig, ist es keine gute Idee, von den empfohlenen Defaults abzuweichen: es ist nicht davon auszugehen, dass alle Implementierungen vom Betriebssystem bis zur Türklingel mit abweichenden Prefix-Längen umgehen können. Auch ist die Befürchtung unbegründet, die Ressource IP-Adresse könne in Version 6 knapp werden. 

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