Apple Silicon – Apple legt nach

23.12.2021 / Dr. Markus Ermes

Markus Ermes

Vor fast einem Jahr bin ich in einem Blog-Beitrag auf den Umstieg von Apple auf die ARM-CPU-Architektur und die möglichen Auswirkungen eingegangen. Mit der Vorstellung der ARM-basierten MacBook Pros ist eine erneute Betrachtung sinnvoll.

Die neuen CPUs von Apple, genannt „M1 Pro“ und „M1 Max“, sind eine deutliche Weiterentwicklung der CPUs von vor einem Jahr. Es gibt jetzt mehr leistungsstarke und weniger sparsame Kerne, womit die Gesamtleistung deutlich steigt. In Verbindung mit der integrierten GPU und dem Support für schnellen DDR5-Speicher ergibt sich ein sehr leistungsfähiges Gesamtpaket. Auch wird (endlich) mehr RAM unterstützt – bis zu 64 GB. Erste Benchmarks zeigen die CPU in einer ähnlichen Leistungsklasse wie aktuelle High-End-Notebook-CPUs von Intel. Die Grafikleistung im Mobilbereich ist ebenfalls sehr gut. Hier wird die Leistung im Bereich einer NVIDIA-RTX-3000er Grafikkarte eingeordnet. In Verbindung mit einem Stromverbrauch von lediglich 30 Watt (M1 Max) ergibt sich ein enorm effizienter Prozessor, doch natürlich nur innerhalb der Apple-Welt.

Übrigens: Die Trennung einer CPU in leistungsfähige und sparsame Kerne hat Intel mittlerweile auch bei den „Alder Lake“-CPUs übernommen. Also hat sich Intel hier durchaus von aktuellen ARM-CPUs inspirieren lassen. Und in der Cloud gibt es ebenfalls immer häufiger leistungsfähige ARM-CPUs für die Kunden.

Fazit

Ich muss meine Aussage von vor einem Jahr etwas revidieren. Apple hat es in kurzer Zeit geschafft, eine absolut konkurrenzfähige CPU für den Notebook-Markt zu entwickeln. In vielen Bereichen muss sich die CPU laut ersten Benchmarks noch nicht einmal vor aktuellen Desktop-Systemen verstecken, und das bei einem Bruchteil des Energieverbrauchs. Man muss hier natürlich wieder sagen: Apple-Software ist auf die eigene Architektur optimiert. Und trotzdem sollte man diese Entwicklungen zumindest bei Notebooks im Auge behalten. Vielleicht kann sich Intel ja noch etwas mehr von den Fortschritten in diesem Bereich inspirieren lassen.

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1 Antwort
  1. Dr Jurgen Suppan
    Dr Jurgen Suppan sagte:

    Die Ergebnisse sind sehr Applications-abhängig. Applikationen wie DaVinci Resolve, die die 32 Graphic-Cores nutzen, sind extrem schnell (schneller als mein Mac Pro). Noch schneller wird es, wenn man die ProRes arbeitet. Die Hardware-Unterstützung auf Chip-Ebene macht diesen Laptop zum schnellsten ProRes-Rechner überhaupt (betrifft Final Cut und DaVinci). Interessant ist die optimale Hauptspeicher-Nutzung. Meine Vermutung ist, dass Apple hier als einer der ersten Hersteller auf LRU verzichtet und einen Working-Set-Algorithmus wie PFF einsetzt. Das ging mit Intel-Chips nicht, da das Paging auf Chip-Ebene unterstützt werden muss und Intel LRU unterstützt.

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