Auslagerung von IBM IT Infrastructure Services

Behrooz Moayeri

Als ich im Insider vom Oktober 2020 über die Risiken veralteter IT schrieb, ahnte ich nicht, dass wenige Tage nach dem Erscheinen meines Beitrags der IBM-Chef Arvind Krishna die Auslagerung von IBM IT Infrastructure Services bekannt geben würde. Diese Auslagerung, die bis Ende 2021 vollzogen werden soll, betrifft mit IT Infrastructure Services einen Teil des Segments Global Technology Services. Damit bringt IBM den Teil des Unternehmens an die Börse, der System Outsourcing und Hosting als Kerngeschäft betreibt. Der vorläufige Name für die neue Firma ist NewCo. Böse Zungen sprechen angesichts der Systeme, die das neue Unternehmen in die Wiege gelegt bekommen soll, von OldCo.

Zufall oder nicht: In Deutschland sollen laut Mitteilung des Unternehmens an die Mitarbeiter mehr als 2.300 der ca. 12.000 Arbeitsplätze bei IBM schon bis Ende 2020 abgebaut werden.

Laut dem letzten Quartalsbericht von IBM für Q3/2020 meldeten vier der fünf Segmente von IBM Umsatzrückgänge. Das einzige Segment mit einem Umsatzplus war Cloud & Cognitive Software. Dieses Segment enthält Cloud- und Datenplattformen wie Red Hat. Das u.a. die IT Infrastructure Services umfassende Segment namens Global Technology Services verzeichnete einen Umsatzrückgang von 4%. Das „Systems“-Segment, zu dem Hardware und Betriebssysteme gehören, meldet in Q3/2020 einen Umsatz von 1,3 Milliarden $ und damit einen Rückgang um 15%. Der Umsatz dieses Segments macht nur noch ca. 7% des Umsatzes von IBM aus. Befürchtungen, IBM könnte sich nach der Abstoßung der Sparten für Drucker, Netzkomponenten, PCs, x86-Server und Chips auch noch der restlichen Systeme wie Mainframes, der Power-Serie und Storage entledigen, haben sich bisher nicht bewahrheitet. Die verbliebenen Systeme, die das IBM-Segment „Systems“ noch anbietet, sind jedoch für ein strategisches Geschäft nicht profitabel genug. Daher gilt: Legacy IT, insbesondere Mainframes und darauf laufende Anwendungen, müssen abgelöst werden.

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