IPv6: Deutschland ist mit führend

Behrooz Moayeri

Eine Anzeige für den Grad der Verbreitung des Internet Protocol Version 6 (IPv6) ist der Anteil des Protokolls an den Anfragen, die Google bekommt. Google veröffentlicht diese Statistik unter https://www.google.com/intl/en/ipv6/statistics.html. 

Deutschland ist mit führend 

Zu meiner Überraschung konnte ich der o.g. Google-Statistik entnehmen, dass sich Deutschland mit fast 50 % in der Spitzengruppe befindet. Vor Deutschland liegt nur Belgien mit fast 53 %. Ich hätte andere Länder in der Spitzengruppe erwartet, zum Beispiel Länder mit besser ausgebauter Breitbandtechnik, etwa die skandinavischen Staaten. Diese sind aber bezüglich IPv6-Anteil an Google-Zugriffen weit abgeschlagen. Finnland erreicht ca. 32 % und ist damit noch über dem Weltdurchschnitt von ca. 26 %. Diese Werte ändern sich allerdings täglich. Sie weisen zurzeit einen Schwankungsbereich von ca. 5 Prozentpunkten auf. 

Ist die Google-Statistik repräsentativ? 

Es lässt sich darüber streiten, ob die Google-Statistik repräsentativ ist. Man muss berücksichtigen, dass anders als Google viele Anbieter von Inhalten im Internet noch nicht über IPv6 erreichbar sind. Außerdem ist Internet-Verkehr das eine, Datenübertragung in IP-Netzen, die vom Internet getrennt sind, das andere. Es gibt zum Beispiel keine verlässliche Statistik über den Anteil von IPv6 in firmeninternen Netzen. 

Warum geht die Umstellung auf IPv6 nur langsam voran? 

Angesichts der extremen Knappheit von IPv4-Adressen erscheint der Umstand, dass der Anteil des von Google gemessenen IPv6-Anteils innerhalb eines Jahres nur um ca. 3 Prozentpunkte gestiegen ist, erstaunlich. Auch hierzu müsste man spekulieren, woran das liegen mag. Wenn man auf die Google-Weltkarte schaut, fällt der relativ geringe Anteil in Asien im Vergleich zu Europa auf. In Asien gibt es die am schnellsten wachsenden Märkte. Die entsprechend höchsten Wachstumsraten bei Endgeräten wirken sich natürlich auf die Weltstatistik stark aus. Ein anderer Grund mag am Internet of Things (IoT) liegen. Paradoxerweise unterstützen viele kleine vernetzte Dinge nur IPv4, obwohl die vielen Dinge angesichts ihrer schieren Vielzahl langfristig nur mit IPv6 versorgt werden können. 

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