Ist das Tischtelefon tot?

Behrooz Moayeri

Seit über 100 Jahren steht es da: das Tischtelefon. Wetten können abgeschlossen werden, was zuerst stirbt: der Personenkraftwagen (PKW) oder das noch ältere Tischtelefon. 

Smartphone als Konkurrenz 

Ich brauche schon seit Jahren kein Tischtelefon mehr. Bei mir auf dem Schreibtisch steht ein Notebook und liegt ein Smartphone. Telefonisch bin ich über das Smartphone erreichbar. Das Notebook nutze ich, um an Web- und Videokonferenzen teilzunehmen, weil sie auf dem PC mit dem größeren Bildschirm besser funktionieren. Beide Geräte kann ich natürlich auch für E-Mail nutzen. Damit ist mein Kommunikationsbedarf gedeckt. 

Wo das monofunktionale Tischtelefon noch genutzt wird 

Aber man soll sich hüten, vom eigenen Verhalten und vom eigenen Bedarf bzw. Nichtbedarf auf andere zu schließen. Das Tischtelefon steht noch vielerorts. Es ist nicht tot. Es scheint, dass es noch lange leben wird. Man denke zum Beispiel an elektromagnetisch abgeschirmte Gebäude, deren Zahl sogar noch steigt. In vielen dieser Gebäude ist der Mobilfunkempfang so schlecht, dass man über das Smartphone nicht oder nicht gut erreichbar ist. Und haben überhaupt alle ein Mobiltelefon, das sie auch dienstlich nutzen? 

Schlechte Sprachqualität auf dem PC 

Die Qualität der Audiokommunikation mittels eines PCs lässt leider allzu häufig zu wünschen übrig. Das Zusammenspiel der PC-Hardware, des genutzten Programms (Softphone, UC-Client etc.) und der Audio-Peripherie (zum Beispiel Headset) funktioniert in vielen Fällen nicht reibungslos. Das ist ein weiterer Grund, ein Tischtelefon zu nutzen. 

Vieltelefonierer 

Vieltelefonierer nutzen häufig am liebsten das Tischtelefon, mit oder ohne Headset. Es hat im Vergleich zu reinen Software-Lösungen und auch zum Mobiltelefon einige Vorteile. Dazu zählen übersichtliche Funktionstasten und einfache Bedienung. Das berühmte Vorzimmer ist ein Revier, in dem sich der Dinosaurier Tischtelefon noch sehr wohl fühlt. 

Von TDM zu VoIP 

Es steht somit fest: Das Tischtelefon überlebt die digitale Telefontechnik TDM (Time Division Multiplexing). Die wahrscheinlichste Kombination der Zukunft ist eine Mischung aus multifunktionalen Geräten wie PCs und Smartphones, analogen Telefonen (zum Beispiel am Ende einer L A N G E N Leitung) und IP-Telefonen. Letztere müssen mit Images versehen werden, IP-Adressen bekommen, authentisiert werden, sie sind mit Strom zu versorgen und an das Netz anzuschließen. Das alles bedarf eines geeigneten Netzkonzepts. 

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