Ist der Glasfaserausbau nachhaltig?

10.08.2021 / Dr. Behrooz Moayeri

Behrooz Moayeri

Der Glasfaserausbau ist der Schlüssel zu mehr Digitalisierung. Deshalb wird die Verlegung von neuen Glasfasern staatlich gefördert. Oft scheitern Kommunen, Stadtwerke und andere Organisationen beim Zugriff auf die Fördermittel, weil ihnen Personalkapazitäten für die Planung fehlen oder weil sie wegen der vollen Auftragsbücher der Tiefbaufirmen niemanden finden, der die Kabel verlegt.

Die Versuchung ist daher groß, alles zu beschleunigen, von der Planung bis zur Realisierung. Dabei kann die Qualität auf der Strecke bleiben. Denn ein bei niedrigen Kosten zeitlich vorangetriebener Glasfaserausbau geht immer mit Qualitätsbeeinträchtigungen einher. Billig und schnell heißt immer schlecht.

In Ausschreibungen wird die Qualität der Glasfasern und des Kabelmaterials spezifiziert. Doch auch die Qualität der Mikrorohre und des Anschlusszubehörs für diese Rohre kann für die Nachhaltigkeit des Glasfaserausbaus entscheidend sein. Ist ein Mikrorohr undicht, werden die Glasfaserkabel Umwelteinflüssen ausgesetzt und altern schnell. Fehlt eine gute Zugentlastung der Rohre, können Kabel bei der nächsten Baumaßnahme in ihrer Umgebung zu starken Zugkräften ausgesetzt und unterbrochen werden. Verlegt eine Firma die Mikrorohre und schließt die Rohrenden nicht gut ab, kann bis zur Kabelverlegung über das Rohrende Wasser in das Rohr einlaufen.

Um Glasfaser nachhaltig zu machen, bedarf es guter Qualität sämtlicher Materialien, aber auch einer qualifizierten Bauaufsicht. Daran darf nicht gespart werden. Eine konsequente Bauaufsicht ist wesentlich preiswerter als die Wiederholung oder Reparatur einer misslungenen Kabelverlegung.

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