Im Netzwerk Insider vor 20 Jahren: Verunsicherung in Wireless-Netzwerken

01.06.22 / Dr. Markus Ermes

Markus Ermes

Vor 20 Jahren wurde im Netzwerk Insider über die einstige sowie zukünftige Verbreitung von WLAN gesprochen. Dabei war nicht nur die technische Bedeutung und Umsetzung eines WLANs Thema, sondern auch die eventuell aufkommenden Diskussionen bezüglich des Einflusses auf die Gesundheit.

WLAN vor 20 Jahren

Damals nahm die Verbreitung von WLAN immer mehr zu. Und auch die Technik entwickelte sich schnell weiter. Wo zunächst IEEE 802.11a und 802.11b die verbreitetsten Standards waren, kam vor 20 Jahren auch noch IEEE 802.11g hinzu. Außerdem gab es mehr und mehr Geräte, die von einem WLAN profitieren konnten, doch nicht alle WLAN-Generationen unterstützt haben. Gerade die unterschiedlichen Frequenzen spielten hier eine Rolle. Damals sprach man von PDAs und Tablet PCs als sinnvolle mobile Clients im WLAN. Daher zeichnete sich ab, dass WLAN keine ergänzende Technologie bleiben, sondern sich als unverzichtbare Infrastruktur erweisen würde.

Zusätzlich kam die Diskussion auf, ob die Funkstrahlung von WLAN gesundheitsschädlich sei, ähnlich wie es zum damaligen Zeitpunkt bei Mobilfunk der Fall war. So musste man davon ausgehen, dass diese Diskussion beim Einsatz von WLAN in Unternehmen aufgenommen werden würde.

Die Situation heute

Heute ist WLAN kaum noch wegzudenken. Ob im Bürogebäude, in der Produktion, im Heimbereich oder auch in Form eines öffentlichen Hotspots: Kaum ein Ort, an dem man kein WLAN findet. Hier ist es, wie vor 20 Jahren vermutet, zu einer unverzichtbaren Infrastruktur geworden. PDAs haben sich in der Zwischenzeit zu Smartphones weiterentwickelt und Tablet PCs sind nur noch Tablets.

Und auch die Standards haben sich weiterentwickelt. Die Bandbreite hat sich vervielfacht, und es sind weitere Tricks und Kniffe hinzugekommen, um möglichst viele Clients zu versorgen. Aktuell findet der Standard 802.11ax (Wi-Fi 6) Verbreitung und ermöglicht theoretisch Bitraten im Bereich von 10 Gbit/s.

Moderne Access Points bieten zusätzlich die Möglichkeit, verschiedene Frequenzbereiche und die zugehörigen Standards zu nutzen, sodass die vor 20 Jahren erwähnte Grundsatzentscheidung auf dieser Ebene entfällt. Doch eines bleibt: Die korrekte Positionierung der Access Points!

Die Fragen zur Gesundheitsschädlichkeit gibt es in einigen Bereichen nach wie vor. Allerdings hat sich mit Einführung von 5G die Diskussion von WLAN eher weg und zu 5G hin entwickelt und ist mittlerweile bei den Herstellern der Access Points angekommen. So bieten viele professionelle Access Points heute die Möglichkeit, die Power- und Aktivitätsanzeigen abzuschalten. Ein Access Point, der nicht blinkt, ist wahrscheinlich ausgeschaltet und kann auch keine Beschwerden verursachen.

Fazit

Das WLAN hat sich, wie vor 20 Jahren vermutet, zu einer zentralen Infrastruktur entwickelt. Die Technologie ist natürlich nicht stehengeblieben, sodass wir heute die damaligen Vermutungen zwar größtenteils umsetzen, doch mit neuen Geräten und höheren Bandbreiten. Die Diskussion über die gesundheitlichen Folgen von Funkstrahlen ist allerdings geblieben.

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