Notfallpläne – Was, wenn es einen doch trifft?

29.11.2021 / Tanja Ulmen

Tanja Ulmen

In den aktuellen Schlagzeigen liest man es immer wieder: Services, Webseiten und ganze Unternehmen sind nicht mehr erreichbar. Die Gründe dafür: Server-Störung, Konfigurationsfehler, fehlerhaftes Update oder Ähnliches. Im schlimmsten Fall ist nicht nur das eigene Unternehmen betroffen. Die Auswirkungen sind bei zahlreichen eigenen Kunden zu spüren, die nicht arbeiten können, solange die Ursache nicht gefunden und behoben ist, oder nicht wenigstens ein Workaround geschaffen wurde.

Wie kann man das verhindern? Wie kann man ausschließen, dass ein kleiner Fehler, ein Missgeschick, eine Unachtsamkeit, eine unerwartete Reaktion solche Auswirkungen hat, wie beispielsweise kürzlich bei Datev und Facebook oder im letzten Jahr bei der Azure Cloud (https://www.comconsult.com/lehren-azure-cloud-incident/)?

Ehrlich gesagt, 100%ige Prävention gibt es leider, trotz aller Sorgfalt, nicht. Doch Sie können Vorsorge treffen, was in solchen Fällen zu tun ist. Das Stichwort hier lautet: Notfallpläne. Mithilfe von Notfallplänen lassen sich Ausfallzeiten verkürzen und möglicherweise auch Auswirkungen des Vorfalls begrenzen.

Ein solcher Notfallplan kann von organisatorischen Maßnahmen – wie beispielsweise Verantwortlichkeiten, Alarmierungsketten oder Kontaktinformationen bis hin zu technischen Maßnahmen wie Triggern einer Express-Ersatzteillieferung, Aktivierung von vorhandenen Redundanzen oder Wiederherstellungspläne für einzelne Komponenten – alles enthalten. Diese sind im Vorfeld unter Bedacht verschiedener Worst-Case-Szenarien vorzubereiten, um sich nicht erst im Notfall zusammensetzen zu müssen. Es muss hier nicht sofort die perfekte Lösung für alle Fälle erstellt werden; ein erster schneller Workaround, der den Dienst am Laufen hält, tut es zunächst auch.

Allerdings ist hierbei besonders wichtig, diese Notfallpläne zu pflegen und auch neue Erfahrungen einzubringen. Ein Notfallplan, der beschreibt, wie die Backups der Vorgängerversion der aktuellen Server einzuspielen sind, hilft im Ernstfall wenig. Ein Ersatzteil-Lieferant, dessen Vertrag vor 2 Monaten ausgelaufen ist, wird Ihnen nicht unbedingt weiterhelfen, und ein bereits gescheiterter Notfallplan, der daraufhin nicht angepasst wurde, hat vermutlich auch im zweiten Anlauf wenig Nutzen.

Selbst wenn ein aktueller Fall einen selbst nicht betrifft, sollten solche Schlagzeilen als Anlass zur Reflektion dienen. Sind Ihre Notfallpläne vollständig? Decken sie auch einen Fall wie den aktuell gemeldeten für die eigene Umgebung geeignet ab? Sollte man das vielleicht noch einmal testen?

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