Im Netzwerk Insider vor über 20 Jahren: NAS und SAN zur Bewältigung großer Datenmengen

05.07.21 / Dr. Markus Ermes

Markus Ermes

Vor 20 Jahren wurden im Netzwerk Insider verschiedene Technologien für die zentrale Speicherung von Daten dargestellt. Diese umfassten neben Direct-Attach-Storage (DAS) als nicht-zentralem Ausgangspunkt auch NAS, SAN und virtualisierten Storage. Es zeichnete sich ein Trend weg von der dezentralen hin zu einer zentralen Datenspeicherung ab. Wie sah es damals aus? Was hat sich geändert? Welche neuen Technologien gibt es?

Der Stand vor 20 Jahren

Eine IDC-Studie aus der damaligen Zeit ergab, dass ein Administrator dezentral, in den Systemen verteilt, maximal 100 GByte Daten verwalten konnte, aber zentralisiert bis zu 750 GByte. Die absoluten Zahlen sind heute kaum noch der Rede wert. Die 100 GByte werden locker von einem USB-Stick erreicht. Interessant war eher das Verhältnis: Zentralisiert ließen sich mehr als siebenmal so viele Daten verarbeiten wie dezentral.

Für die Verwaltung kamen schon damals NAS, SAN und virtualisierter Storage infrage, letzteres aber nur für Tape. Zwar waren die Bandbreiten nicht mit den heutigen vergleichbar, aber die zugrunde liegenden Technologien funktionierten gut: NFS und CIFS als Protokolle für NAS-Lösungen, FC, iSCSI und FC-IP im Bereich von SAN.

Wie sieht es heute bei der Zentralisierung aus?

Die allermeisten Kunden der ComConsult lagern ihre Daten mittlerweile zentral – häufig in einem Fiber-Channel-SAN. Die Technologie ist ausgereift, performant und bietet als physisch getrenntes Netzwerk zusätzliche Sicherheit. Große, zentrale Storage-Lösungen bieten inzwischen sogar in „Personalunion“ die Nutzung als NAS und iSCSI-SAN an. Die zentralen Speicherelemente sind dazu mit einer Vielzahl von FC- und Ethernet-Ports ausgestattet. Hier hat sich der Trend also fortgesetzt.

Gibt es mittlerweile neue Technologien?

Die kurze Antwort: Ja!

Die ehemals erwähnte Speichervirtualisierung ist heute nicht nur mit Tapes möglich. Es gibt eine Reihe von Lösungen, die alle denkbaren Storage-Technologien verwalten können, von DAS über NAS und SAN bis hin zu Tape. Dabei werden diese Speicher, wie vor 20 Jahren angedeutet, abstrahiert und den Clients mit Protokollen wie NFS, CIFS und iSCSI zentral zur Verfügung gestellt. Individuelle Redundanzmechanismen können genutzt werden, um wichtige Daten auf mehr als nur einem nachgelagerten System zu speichern.

Eine neue, sehr interessante Technologie ist „verteilter Storage“. Vor 20 Jahren existierten zwar schon einige Produkte dieser Art, doch waren sie nur im Umfeld von High Performance Computing (auch „Supercomputing“) verbreitet, da Spezialsoftware, und in einigen Fällen auch Spezialnetze, benötigt wurden. Derzeit existieren verteilte Storage-Lösungen, genannt „Software-Defined Storage“, auch als integrierter Bestandteil von Virtualisierungslösungen oder als Zusatzprodukt, z.B. VMware vSAN, Nutanix NDFS oder DataCore SanSymphony. Dabei wird der damals immer weniger beliebte DAS so verwaltet, dass er als großer, zentraler Pool für alle Systeme in der Virtualisierungslösung verfügbar ist. Man kann sogar externen Zugriff per iSCSI oder NFS auf Teile dieses Pools ermöglichen und so ein zentrales Speichersystem „simulieren“. Die Vorteile liegen in der guten Skalierbarkeit und im Performance-Gewinn durch die Verteilung der Daten. Details zu dieser Technologie wurden im Netzwerk Insider vom Dezember 2018 dargestellt.

Was die damaligen Datenmengen und Bandbreiten angeht: Hier gibt es natürlich eine Weiterentwicklung, jedoch nur bei den Bandbreiten der Netzwerke und der Speicherdichte der Medien. Als Grundlage für den Datenaustausch dienen primär auch heute noch Fiber Channel und Ethernet.

Fazit

Die einstigen Annahmen zur zentralen Datenspeicherung und den zugrunde liegenden Technologien haben sich größtenteils bewahrheitet. Zwar verwalten große Unternehmen mittlerweile das Tausendfache an Daten, und auch die Bandbreiten haben sich teilweise vertausendfacht (100 Mbit/s vs. 100 Gbit/s Ethernet), doch sind die grundlegenden Netzwerktechnologien und Protokolle gleich geblieben.

Mit verteiltem Storage gewinnt eine neue, interessante Technologie an Bedeutung, die besonders im Bereich der Skalierbarkeit viele Vorteile bietet. Warten wir ab, wie es in 20 Jahren aussieht!

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